In deutscher Erstsendung sendet der BR zwölf Folgen der RAI-Erfolgsserie "Un passo dal cielo" unter dem Titel "Die Bergpolizei", in der Terence Hill einen Südtiroler Forstkommissar spielt.

Das hätten wir uns auch nicht träumen lassen, dass Terence Hill, Fäuste schwingender Italowestern-Held aus den Siebzigern, dereinst den braven Südtiroler Forstpolizisten machen würde. Ist aber so – irgendwann wird eben auch der größte Rabauke mal brav. In der Dolomitenserie "Die Bergpolizei – Ganz nah am Himmel" ("Un passo dal cielo", seit 2011) zieht er sich die graue Polizeimütze mit dem Wappenadler über den Kopf und sorgt im Hochwald für Law and Order. Einst war Pietro alias Hill, nun Kommandant der Forstwache von Innichen im Hochpustertal, "einer der größten Alpinisten weltweit", wobei er eine tragische Geschichte mit sich herumträgt: Er verlor seine Frau durch Absturz. Nun lebt er in einer einsamen Berghütte und werkelt in seiner Freizeit als Holzschnitzer vor sich hin. Zwölf Folgen à 55 Minuten sendet das BR-Fernsehen nun immer freitags, um 20.15 Uhr.

Allerdings ermittelt der Schauspieler mit den stahlblauen Augen und der deutschen Mutter, der einst Mario Girotti hieß und sich anlässlich des Italo-Westerns "Gott vergibt ... – Django nie" 1967 umtaufen ließ, nicht allein. Die Polizeistation von Innichen im Pustertal wird gerade renoviert, und so fand die Staatspolizei Unterschlupf im malerischen Fachwerkhaus des Forstwesens.

Kein Grund zur Freude für den eben aus Neapel hierher versetzten Kommissar Vincenzo Nappi (Enrico Ianniello), der sich nun mit den eigenwilligen autonomen Berglern anfreunden muss. Noch ist Commandante Pietro näher an Mensch und Tier, während sich Vincenzo geradezu beleidigend mürrisch gibt. Dass der gute Hausgeist Assunta (Katia Ricciarelli), zuständig für Herd und Wäsche auf dem Revier, einst von einem aus Neapel stammenden Bergwachtler verlassen wurde, macht alles nicht gerade leichter.

Absehbar ist hingegen, dass Vincenzo bald einmal mit der hübschen Tierärztin Silvia (Gaia Bermani Amaral) zusammenkommen wird. Schon am Ende der Ouvertüre mit dem eifrig etablierten Serienpersonal nähern sie sich mehr als nur vorsichtig einander an. Vincenzo, von Asthmaanfällen und Hautallergien geplagt, kann allerdings eine Medizinerin auch ganz gut gebrauchen. Doch auch bei der Klärung des ersten Falles, wenn man ihn so nennen will, hilft die Tierärztin mit. Ein Wolf wird bei der Leiche einer ins Drogenmilieu abgesunkenen Studentin vorgefunden und sogleich verdächtigt, die Studentin getötet zu haben. Doch auch wenn es der Commandante sehr bald besser weiß, vergehen gefühlte Stunden, bis der wahre Übeltäter, ein Zweibeiner wie sich versteht, endlich gefunden ist.

Macht aber nicht so viel, man hat ja noch die Natur, an der man sich ergötzen kann. Und darf sich wundern über dieses zeitlos frische Terence-Hill-Gesicht, das wohl nicht nur der guten Ausleuchtung zu verdanken ist. Der 1939 in Venedig geborene Hill, Schwimmer wie Bud Spencer bei Lazio und Ruderer bei Trastevere in Rom, hat sich offensichtlich gut gehalten. Aus der ab 2011 bei RAI Uno in zehn Jahresstaffeln gelaufenen Serie stieg er allerdings nach drei Jahren schon wieder aus und zieht bis heute die Pfarrer-Braun-Serie "Don Matteo" vor, die er in seinem Wohnort Gubbio bei Perugia sehr komfortabel vor der Haustüre dreht.


Quelle: teleschau – der Mediendienst