So krumm ist er gar nicht, der riesige Hund, der im neuen alten "Tatort" aus Münster eine hübsche Nebenrolle spielt. Im Gegenteil: Er weiß genau, was er will: Würstchen nämlich. Nur vom Kalb. Oder ein hübsch angerichtetes Geburtstagsbüffet. Der Münsteraner "Tatort: Krumme Hunde" erlebte seine Erstausstrahlung im Mai 2008. Ganz schön lange her. Und damals vor erstaunlich wenig Zuschauern ....

Hund Wotan, der im direkten Vergleich eine Schnauze größer ist als Kommissar Thiel (Axel Prahl), gehört dem Mordopfer. Der bedauernswerte Privatdetektiv bekommt erst ein Messer in den Rücken, taumelt dann halbnackt über die Straße, fällt schließlich in ein Loch auf einer Baustelle und landet mit dem Gesicht in Säure. Kein schöner Tod, aber eben ein typischer aus Münster, wo nicht immer nach dem gefahndet wird, was logisch naheliegend wäre. Dem Rechtsmediziner Prof. Karl-Friedrich Boerne (Jan Josef Liefers) gelingt es mithilfe des Computers, das Gesicht des Opfers wiederherzustellen. Doch welch Überraschung: Der Mensch sieht aus wie Boerne selbst. Und hat auch noch dieses Muttermal am Kopf, das die meisten aus Boernes Familie ebenso zeichnet.

Thiel stellt bald fest, dass es sich bei dem Toten um einen Detektiv namens Mang handelte, dessen letzter Fall jener der Familie Rummel war. In der ehrenwerten Verwandtschaft betrügt Markus Rummel (Alexander Beyer) seine Frau Sabine (Henriette Heinze). Und zwar wenig überraschend mit seiner attraktiven Assistentin (Nadeshda Brennicke). Doch die Ehe der Rummels stand ohnehin vor dem Aus. Sollte deswegen ein Mord geschehen sein? Oder hat die Tat doch ihren Hintergrund in der Familie Boerne? Dort feiert ein vermögender Onkel seinen 100. Geburtstag. Es könnte sich bei dem Toten auch um ein bislang verschollenes Familienmitglied handeln, das es auf das Erbe abgesehen hatte. Ein Plot aus der Reihe: Nichts ist unmöglich am Tatort Münster.

Stefan Cantz und Jan Hinter verfassten das fantasievolle und abwechslungsreiche Buch zum 13. Fall des Duos Boerne und Thiel, Regie führte Manfred Stelzer ("Ein Schnitzel für alle"). "Krumme Hunde" ist ein durchweg kurzweiliger und – man vergisst das gerne zu erwähnen – von den Hauptdarstellern exzellent gespielter Krimi, den man nach 90 Minuten einfach nur "zum Fressen gern" haben kann. Bei der Erstausstrahlung am 18. Mai 2008 schauten 7,85 Millionen Menschen zu. Ein vergleichsweise sparsamer Wert. Heute ist der "Tatort", und besonders jener aus Münster, deutlich beliebter als vor neun Jahren. Mit fast 14,6 Millionen Zuschauern holte der jüngste Münsteraner Fall "Fangschuss" Anfang April 2017 die beste "Tatort"-Quote seit 25 Jahren.


Quelle: teleschau – der mediendienst