"Mission Zukunft"

"Die Drei von der Müllabfuhr": ein aufmüpfiger Praktikant

von Christopher Schmitt

Generationenkonflikt bei der Müllabfuhr: Der neue Praktikant ist "Fridays for Future"-Aktivist und ein ziemlicher Rebell. Zum Praktikum verpflichtet wurde der 16-Jährige, weil er eine Mülltonne angezündet hat.

ARD
Die Drei von der Müllabfuhr – Mission Zukunft
Komödie • 29.05.2020 • 20:15 Uhr

Als das Müllauto am Pausenhof der Schule vorbeifährt, trauen die Müllmänner ihren Augen nicht: Aus der schwarzen Tonne steigt Rauch auf, einer der skandierenden "Fridays-For-Future"-Aktivisten hat den Müll angezündet. Ein Wort gibt das andere, und nach einer Respektlosigkeit rutscht Werner (Uwe Ochsenknecht) die Hand aus – das zugehörige Video geht viral. Umweltschutz und Digitalisierung: Der dritte Film der komödiantischen ARD-Reihe, "Die Drei von der Müllabfuhr – Mission Zukunft", trägt den Namen nicht umsonst. Allerdings bilden diese großen Thematiken lediglich einen groben Rahmen für persönliche Geschichten.

Denn sowohl für den "Käpt'n" der Müllabfuhr-Truppe, als auch den brandstiftenden Schüler Dennis (Ben Litwinschuh) hagelt es Konsequenzen. Beide sollen sich für ein einwöchiges Schülerpraktikum zusammenreißen, das Revoluzzer Dennis wieder in die Spur bringen und die Müllabfuhr in besserem Licht dastehen lassen soll. Jedoch macht es der Jugendliche dem Dickkopf Werner, Tarik (Aram Arami) und Ralle (Jörn Hentschel) mit seiner Null-Bock-Attitüde nicht gerade einfach ...

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Schwarze Tonnen durch die Gegend schleppen, kann schließlich nicht seine Zukunft sein. "Ich will den Regenwald wieder aufforsten, den Diesel abschaffen. Alles das, was ihr verpasst habt." Aus Dennis' Sätzen spricht ebenso die berechtigte Wut eines Jugendlichen auf die Haltung der Vorgänger-Generationen, wie die pubertäre Aufmüpfigkeit eines Teenagers, dessen Welt nur schwarz oder weiß kennt. Dabei geht seine Leck-Mich-Mentalität doch deutlich über die üblichen Querelen eines Heranwachsenden heraus. Der 16-Jährige eckt an, wo immer es geht.

Dem jungen Ben Litwinschuh gelingt es hervorragend, diese gefühlte Ungerechtigkeit, als wäre die ganze Welt gegen ihn, zu verkörpern. Die kurzen Wutanfälle sind ebenso authentisch wie seine bockige Verweigerungshaltung samt diverser Respektlosigkeiten. Orangene Müllmann-Overalls? "Das ziehe ich nicht an." Und ob er das tut, wenn er keine Wahl hat.

Symbolisch ausgetragen wird der Generationenkonflikt neben dem Umwelt-Thema auch auf digitalem Gebiet. Die doch eher altbackenen Müllmänner haben keine Ahnung vom Bloggen. Aber genau das möchte ihr Chef: Präsenz auf Social Media und so die jungen Leute erreichen – unter dem Arbeitstitel "Mülle meets Future". Da bietet es sich natürlich an, den zwangsverpflichteten Digital Native einzuspannen, der ordentlich Talent dafür mitzubringen scheint. Wenngleich die Charakter-Beziehungen überwiegend in äußerst erwartbaren Bahnen verlaufen, ist es nett zu beobachten, wie sich der Problem-Teenie und die drei Männer in Orange langsam annähern.

Teilweise wirkt der Fernsehfilm thematisch etwas überladen, da neben dem Praktikum samt Generationen-Clinch auch die schwierigen Familienverhältnisse von Dennis, dessen Freundin sowie deren Verhältnis untereinander ausgeklügelt werden: ein Ringen um die Zukunft der Jugendlichen. Hinzu kommt Werner auf der Suche nach dem privaten Glück und die Geschichte um seinen neuen Schwiegersohn, der ihm bisher verheimlicht wurde. Der Kurzweil tut das jedoch keinen Abbruch. Die größtenteils locker erzählte Story wird hier und da um Emotionales angereichert. Und letztlich lernt der Zuschauer zudem: Auch Mülltrennung trägt ihren Teil zur Rettung des Klimas bei.


Quelle: teleschau – der mediendienst GmbH
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