Eine mysteriöse Frau bringt das beschauliche Leben in einem Fischerdorf am Mittelmeer aus dem Gleichgewicht. Besonders, weil die introvertierte Jugendliche Chloé (Noée Abita) mit der Fremden auf ungewöhnliche Weise verbunden zu sein scheint.

Schon Homer, der wohl berühmteste griechische Dichter, schrieb über die Sirenen. Den weiblichen Fabelwesen, oft als Mischung aus Mensch und Tier dargestellt, kommt in der griechischen Mythologie eine bedeutende Rolle zu. Ihrem verführerischen Gesang erlagen die Männer reihenweise, was sie gleichsam mit dem Tod bezahlten. Nur Odysseus und Orpheus gehörten zu den Wenigen, die den Sirenen widerstehen konnten. Die neue französische Mystery-Serie "Die Frau aus dem Meer" unternimmt den Versuch, den mythologischen Stoff in die Gegenwart zu übertragen. ARTE zeigt die sechsteilige Produktion nun als Free-TV-Premiere.

Chloé (Noée Abita) hat wahrlich keinen Bock, doch ihre beste Freundin, die extravagante Sabine (Alba Gaia Bellugi), schleppt die introvertierte Jugendliche mit auf eine Strandparty. Während es Sabine mit ihren Freunden nach allen Regeln der Kunst krachen lässt, will Chloé nur so schnell wie möglich wieder nach Hause. Doch als ihr eine betäubende Substanz in ihr Getränk gemischt wird und ein Partygast versucht, sie zu vergewaltigen, gerät der Exzess außer Kontrolle. Noch dazu, weil der Täter wenig später regungslos am Strand gefunden wird. Chloé kann sich wegen ihres Deliriums an nichts mehr erinnern. Hat sie womöglich etwas damit zu tun?

Es bleibt nicht das einzige Rätsel, das dem jungen Polizisten Loïc (Manuel Severi) Rätsel aufgibt. Als zwei Fischer spurlos von ihrem Boot verschwinden und eine nackte Frau im Bauch des Schiffes gefunden wird, ist die Verwirrung komplett. Hilfe können sich Beamten von der verwirrten Dame Théa (Laetitia Casta) aber nicht erhoffen, denn sie spricht kein Wort. Erst als der Capitaine Bruno Gariga (Sergi Lopez) auf dem Festland auf die rätselhaften Ereignisse auf der Insel aufmerksam wird, verspricht Licht ins Dunkel zu kommen.

Regisseur Julien Trousselier baut "Die Frau aus dem Meer" reichlich bedächtig auf und begnügt sich zum Auftakt fast ausschließlich mit Andeutungen. Was es mit Théa auf sich hat, weshalb Chloé ungewöhnliche Kräfte zu bilden scheint und welchen Zusammenhang die merkwürdigen Ereignisse mit dem Meer aufweisen, bleibt nach der ersten Folge schleierhaft.

Die Kritiker in Frankreich zeigten sich von der Serie durchweg begeistert. In diesem Jahr sahnte "Die Frau aus dem Meer" beim internationalen Serienfestival Séries Mania den Preis für die beste französische Serie ab. Auch Amazon blieb dieser beachtliche Erfolg nicht verborgen. Für seinen Streamingdienst Prime Video lizenzierte das Unternehmen die Serie. Zu sehen gibt es die sechs Folgen im nächsten Jahr allerdings nur in Frankreich.


Quelle: teleschau – der mediendienst GmbH