Das Thema Firmensanierung ist komplex und scheint nicht unbedingt für einen Spielfilm geeignet. Regisseur und Autor Martin Eigler versucht es in "Ein mörderisches Geschäft" trotzdem.

Es ist ein beliebter Trick, um die Zuschauer von Anfang an bei der Stange zu halten. Wenn sich die Story zunächst mühsam durch die Vorstellung ihrer Figuren quälen muss, wenn eigentlich erst einmal gar nichts passiert, dann kann gleich zu Anfang eine Rückblende helfen. Hier also wird Tom Winkler (Devid Striesow) schon nach wenigen Sekunden Film über den Haufen gefahren. Warum, weiß zunächst mal natürlich niemand. Auch nicht, ob er diesen schlimmen Unfall überlebt. Oder ob es gar ein versuchter Mord war. Dann die Einblendung, es geht zehn Tage zurück. Tom Winkler lebt und wird womöglich in "Ein mörderisches Geschäft" hineingezogen. Mehr als fünf Millionen Zuschauer sahen den Film bei seiner Premiere 2011. Nun steht auf 3sat eine Wiederholung an.

Sicher, die Errettung maroder Unternehmen durch knallharte Sanierer ist bis heute ein aktuelles und relevantes Thema, aber eben auch ein ziemlich trockenes. Es geht um Zahlen, Rechnungen, Geschäftsmodelle. Muss also noch ein bisschen Liebe, ein bisschen Ehekrise, ein bisschen zerstörte Männerfreundschaft hinein, dachten sich die Macher rund um Regisseur und Mitautor Martin Eigler und hatten damit sicher auch recht.

Tom Winkler arbeitet in verantwortlicher Position bei der Unternehmensberatungsfirma Altkirch. Seine Aufgabe: Er muss angeschlagene Firmen auf deren Wirtschaftlichkeit überprüfen. Aktueller Auftrag: die Salerno AG, eine Süßwarenfabrik in Oberhausen, die von Geschäftsführer Rüdiger Siebert (Friedrich von Thun) schon seit Jahrzehnten geleitet wird. Doch nun stimmen die Zahlen nicht mehr.

Zusammen mit seinem Team rückt Winkler an. Mit dabei: Alina Liebermann (Christiane Paul), die nicht nur seine Mitarbeiterin, sondern auch seine Freundin ist, was aber kaum einer weiß. In Nullkommanichts stoßen sie auf ein rätselhafte Betreffzeile in einer Mail: "PZ 4" könnte für "Produktionszentrum 4" stehen. Doch Salerno hat nur drei. Zudem kam der ehemalige Chef des Marketings vor einem halben Jahr bei einem Autounfall auf rätselhafte Weise ums Leben.

Klar, dass das Saniererteam von den Mitarbeitern in der Firma nicht gerade freudig erwartet wird. Eine Warnung unter der Windschutzscheibe, und schon am ersten Abend wird Winkler auf offener Straße verprügelt. Ist die Angst im Betrieb so groß, dass die Arbeiter sogar zu Gewalt greifen?

"Ein mörderisches Geschäft" beschreibt ein komplexes Thema, versucht aber weitgehend inhaltlich nachvollziehbar und simpel zu bleiben. Etwas mühsam ackert sich der Film durch die erste Hälfte, ehe die Erzählung an Tempo und Spannung gewinnt. Insgesamt jedoch bleibt diese Teamworx-Produktion eine Spur zu trocken, zu mechanisch, um ihr Publikum emotional packen zu können.


Quelle: teleschau – der Mediendienst