Wie auf dem Münchner Nockherberg geht's zu, wenn die Franken in Veitshöchheim "Fastnacht in Franken" feiern. Kein bayerischer Politiker darf fehlen, die Maskenbildner haben Hochkonjunktur.

Wenn die bayerische Politprominenz bühnenreif verkleidet in den Veitshöchheimer Mainfrankensälen über den Roten Teppich schreitet, sitzt ein Millionenpublikum vor den Fernsehern – 2018 waren es 4,2 Millionen – und bricht womöglich wieder mal alle Zuschauerrekorde im Dritten. Drei Stunden lang führt Sitzungspräsident Bernd Händel ab 19 Uhr launig und garantiert live durch die "Fastnacht in Franken". Der Anspruch ist hoch: Den "Großen und Mächtigen" soll "humorvoll und witzig" der Spiegel vorgehalten werden – auf original "Fränggisch", wie sich versteht. Wieder sind die Publikumsschlager Michl Müller, Heißmann & Rassau ("Waltraud und Mariechen"), der "Meister des geschliffenen Wortes" Peter Kuhn, der Bauchredner Sebastian Reich mit der Nilpferddame Amanda und viele andere dabei. Vor allem aber dürfen die Freunde von der "Altneihauser Feierwehrkapell'n" aus der Oberpfalz nicht fehlen, die den Franken immer so gehörig die Leviten lesen.

Fans des Fernsehfaschings (hochsprachlich: Fastnacht) werden bereits seit 11. Januar immer freitags mit Repliken aus den verschiedenen Sitzungen der vergangenen Jahre versorgt. Und allen Faschingsmuffeln sei's geklagt: Im vergangenen November wurde ein neuer Fünfjahresvertrag mit dem BR abgeschlossen. Die "Fastnacht in Franken" bleibt bis 2025 erhalten – unter anderem auch deshalb, weil sich zunehmend jüngeres Publikum angezogen fühlt.

So erklärte Reinhard Scolik, der Fernsehdirektor des BR, im November: "Wir haben heute nicht nur Verträge über Fernsehsendungen unterzeichnet, sondern uns auch dazu bekannt, gemeinsam ein echt bayerisch-fränkisches Kulturgut weiter zu stärken." Die Fastnachtssendungen seien "hochwertige Unterhaltung, fördern die starke regionale Kultur und Tradition in unserem Land und halten Gesellschaft und Politik den Spiegel vor."

Ob das dem "Dreggsagg" Michl Müller so gefällt? Und wie wird sich Markus Söder wohl diesmal verkleiden? Diese Frage aller Fragen wurde allerdings schon im Vorfeld beantwortet: Der amtierende bayerische Ministerpräsident und CSU-Chef wird in diesem Jahr schlicht in Smoking und Fliege erscheinen, wie er gegenüber der dpa ankündigte. Zuletzt war er Prinzregent Luitpold, der grüne Shrek ist seine berühmteste Maske. Viele hatten gehofft, er würde dieses Jahr endlich den Strauß wagen ...


Quelle: teleschau – der Mediendienst