Millionen Leser in aller Welt verfolgten in der Romantrilogie von E. L. James, wie die schüchterne Studentin Anastasia Steele (Dakota Johnson) sich auf eine Affäre mit dem jungen Millionär Christian Grey (Jamie Dornan) einlässt. Bondage, SM, Dominanz: Der erotische Teil ihrer Beziehung wird von den besonderen Vorlieben des Unternehmers geprägt, dem die unterwürfige Bewunderung Anas sehr zupass kommt. Die Erotik ist im ersten "Fifty Shades of Grey"-Film (2014, der dritte Teil kam im Februar ins Kino) allerdings äußerst züchtig inszeniert. Und ein bisschen schwülstig. Und ein bisschen langweilig. Womit auch schon der gesamte Film beschrieben ist, den das ZDF nun im Rahmen der "Montagskino"-Reihe erstmals im Öffentlich-Rechtlichen zeigt.

Gestöhnt wird nur leise, Gefühlsausbrüche gibt es nicht. Jeder scheint mit sich selbst im Reinen zu sein. Anastasia lässt sich mit Geschenken überhäufen und fällt willfährig wie ein Backfisch in die muskulösen Arme des starken Mannes. Warum sich das kluge Mädchen selbst aufgibt, erfährt man nicht. Sie unterwirft sich ganz einfach.

Zwei Stunden lang versucht Christian sie zu überreden, einen Vertrag über sexuelle Abhängigkeit zu unterschreiben. Zwei Stunden lang staunt Anastasia über Christians Auto, über Christians Penthouse, über Christians Hubschrauber. Anastasia hofft auf die große romantische Liebe. Christian Grey hingegen will nicht lieben, mit niemandem schlafen, sondern nur ficken. Zwei Stunden lang plaudern die beiden in Dialogen, die aus 50-Cent-Romanen aus dem Bahnhofskiosk stammen könnten, über die unterschiedlichen Vorstellungen ihrer Beziehung, bleiben dabei oberflächlich und wiederholen sich.

Was am Ende von "Fifty Shades of Grey" bleibt, sind schöne Menschen, schicke Autos aus Ingolstadt und eine Menge MacBooks. Und glückliche Filmemacher. Denn trotz allem (und mehrerer Goldener Himbeeren) spielte der Film weltweit knapp 570 Millionen US-Dollar ein. Die Fortsetzung "Fifty Shades of Grey 2 - Gefährliche Liebe" und der im Februar in den Kinos gestartete dritte Teil erreichten schon wesentlich weniger Zuschauer.

Das ZDF zeigt den Film im Rahmen einer Liebesgeschichten-Reihe des "Montagskinos" (jeweils 22.15 Uhr): Am 7. Mai folgt der Thriller "The Boy Next Door" mit Jennifer Lopez in der Hauptrolle; am 14. Mai ist abermals Dakota Johnson zu sehen – in der Free-TV-Premiere der New-York-Komödie "How to Be Single".


Quelle: teleschau – der Mediendienst