Neue ZDF-Serie

"Kanzlei Berger": Ziemlich beste Schwestern vor Gericht

von Elisa Eberle

Zwei ungleiche Schwestern gemeinsam in derselben Kanzlei: Die neue ZDF-Serie "Kanzlei Berger" punktet mit starken Frauenfiguren und punktgenauen Dialogen.

ZDF
Kanzlei Berger
Familienserie • 10.02.2021 • 19:40 Uhr

Etwa nach der Hälfte der ersten Folge der neuen ZDF-Serie "Kanzlei Berger" (zwölf Folgen, mittwochs, 19.25 Uhr) gibt es eine Szene, welche die Beziehung der beiden Protagonistinnen auf den Punkt beschreibt: "Du glaubst echt, Geld löst das Problem, oder?", fragt da die Anwältin Caro (Eva-Maria Reichert) ihre Schwester Niki (Nele Kiper) kurz vor einer Verhandlung, in der ein Vater das Besuchsrecht bei seinem kranken Sohn einklagen will. "Ja", antwortet Niki aus voller Überzeugung und liefert eine – aus ihrer Sicht – treffende Erklärung. Caro hingegen ist sich nicht sicher: "Es geht hier echt nicht ums Geld." Niki jedoch weiß: "Am Ende geht es immer darum."

Die Szene zeigt anschaulich auf, worum es in der neuen Anwaltsserie, fernab der einzelnen Fälle, wirklich geht: um zwei ungleiche Schwestern, die ungeachtet aller Verschiedenheiten gezwungen sind, zusammenzuarbeiten. Dafür verantwortlich ist ihr eigener Vater: Karl-Heinz Berger (Robert Giggenbach) ist der eigentliche Chef der Anwaltskanzlei in Landsberg am Lech. Die soziale und rechtschaffende Caro arbeitet für ihn. Ihre impulsive, karrierebewusste Schwester hingegen war bislang in einer Großkanzlei in München angestellt.

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Doch als das Familienoberhaupt überraschend einen Herzinfarkt erleidet, müssen die altbewährten Strukturen über Bord geworfen werden: Niki kehrt in ihre Heimat zurück, um auf Wunsch ihres Vaters die große Schwester zu unterstützen. Caro muss lernen, sich gegen Papas Liebling durchzusetzen. Und Mutter Angelika Berger (Sissi Perlinger) will ihren Gatten nun doch nicht mehr heimlich verlassen. Als wäre das nicht schon Drama genug, wird Niki bald ihre Zulassung verlieren und damit nicht nur die Beziehung zu ihrer Schwester, sondern auch die Zukunft der Kanzlei gefährden ...

Ein Herzinfarkt, eine bevorstehende Scheidung und jede Menge Geheimnisse: Gerade am Anfang ist "Kanzlei Berger" eine turbulente Familienserie mit viel Humor und jeder Menge loser Enden. Ein Glück, dass sowohl die Headautorin Marlene Schwedler als auch Gero Weinreuter, der Regisseur der ersten vier Folgen, ihr Handwerk verstehen: Ausgehend von einem Prozess, in welchem Caros Ehemann Lui (Nik Felice) auf der Anklagebank sitzt, werden binnen weniger Minuten die wichtigsten Beziehungen zwischen den Hauptfiguren geklärt. Dabei sind die Dialoge derart auf den Punkt geschrieben und inszeniert, dass es trotz der Informationsflut einfach Spaß macht, dabei zuzusehen.

Doch auch die beiden Hauptdarstellerinnen leisten – nicht zuletzt angesichts der Umstände, unter denen die Serie im Sommer 2020 gedreht wurde – einen guten Job: Wegen des Corona-bedingten Lockdowns musste das erste Treffen zwischen Kiper und Reichert via Zoom stattfinden. Erst später konnten sie sich in einem Café persönlich kennenlernen. Ihrer kollegialen Zusammenarbeit hat dies aber nicht geschadet – ganz im Gegenteil: Sowohl abends als auch an den Wochenenden, berichten Kiper und Reichert, hätten sie sich während der Dreharbeiten getroffen oder miteinander telefoniert. Auf diese Weise garantierten sie das perfekte Timing, welches neben den überraschenden Wendungen und den starken weiblichen Hauptfiguren den wahren Charme der Serie ausmacht.


Quelle: teleschau – der mediendienst GmbH
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