In den drei Teilen der Schulkomödie "Fack Ju Göhte" konnte man schallend über die schräge, schrill angezogene und nicht unbedingt helle Chantal (Jella Haase), die natürlich trotzdem ein gutes Herz hat, lachen. Nun stelle man sich dieses trotzige Schulmädchen zehn Jahre älter vor, und schon ist man bei ihr: Jessi (Lara Mandoki).

Sie ähnelt in vielem der Figur der Chantal, nur, dass Jessi nicht die Schulbank drückt, sondern schwanger ist. Das Problem daran: Bei der künstlichen Befruchtung wurden die Embryonen vertauscht. Nun trägt sie das Baby von richtigen Spießern im Bauch. Unter der Regie von Kai Meyer-Ricks entstand die nur selten wirklich lustige Komödie "Kinderüberraschung", die SAT.1 erstmals im Free-TV zeigt.

Eines kann man dem Film nicht vorwerfen: Er käme nicht schnell zum Punkt. Sobald man ein paar Minuten gesehen hat, weiß man nicht nur, worum es geht, sondern leider auch, wie das ganze ausgehen wird. Wenig einfallsreich wurden zwei Paare gestaltet, die in allen Punkten genau das Gegenteil sind: Die einen wohnen im beige-weißen Neubau, die anderem in einem Wohnwagen, die einen schauen gerne Filme auf der Couch, die anderen gehen in den Club.

Und genau diese zwei Paare müssen jetzt wegen einem unglücklichen Ereignis zusammen Zeit verbringen: Bei einer künstlichen Befruchtung wurden die Embryonen vertauscht, das heißt: Die Mütter tragen jeweils das Baby des anderen im Bauch.

Nachdem sich die beiden Ehepaare reichlich angefeindet haben, reicht ein kurzer, intimer Moment im Schwangerschaftsvorbereitungskurs, dass die beiden Frauen sich näherkommen und plötzlich doch so gut verstehen, dass sie sofort im Anschluss zusammen Eis essen und Unfug treiben. Selbstverständlich sind Jessi und Ehemann Steve (Arnel Taci) zwar simpler, doch haben sie soziale Kompetenzen und lieben sich trotz Krisen.

Die beiden Paare werden ergänzt durch das Gynäkologen-Ehepaar, dem der entscheidende Fehler unterlaufen ist, und das plötzlich auch noch ein Kind erwartet. Damit noch nicht genug des Kinderkriegens, denn auch Liane (Pegah Ferydoni) möchte unbedingt schwanger werden, wurde aber gerade von ihrem Freund verlassen. Auch bei ihrer Partnersuche glänzt die Komödie nicht gerade mit Raffinesse. Die Antwort ist zwar nicht der Pizzabote, aber dafür der Nachbar.

Einfallsreich geht definitiv anders. Zu sehr wurde bei den Figuren in der Klischee-Kiste gewühlt, und auch die Sprüche sind zwischen "Manchmal hat auch ein dummer Mensch einen klugen Gedanken" oder "Ich dachte immer, jedes Kind ist eine Chance für die Welt" doch eher durchschnittlich. Immerhin kann man sich gemütlich im Fernsehsessel zurücklehnen und einen heiter-harmlosen Filmabend genießen, der garantiert gut ausgeht.


Quelle: teleschau – der Mediendienst