"La belle saison"

Eine Sommerliebe zwischen zwei Frauen

von Jasmin Herzog

Der französische Film "La belle saison – Eine Sommerliebe" erzählt von einer wahrhaftigen Leidenschaft zwischen zwei Frauen in den 70ern, die heute fast fremd erscheint.

3sat
La belle saison – Eine Sommerliebe
Drama • 16.01.2020 • 22:25 Uhr

In den 70er-Jahren war es noch ein Problem: Die junge Delphine (Izïa Higelin) ist immer noch nicht verheiratet, ihre Eltern sind schon besorgt. Die Suche nach einem Mann an ihrer Seite führt sie hinaus aus dem ländlichen Idyll hinein ins pulsierende Großstadtleben: ein Landei in Paris. Doch anstatt ihren Traummann zu finden, wird Delphine Teil einer Frauenrechtsbewegung, die von Carole (Cécile de France) angeführt wird und an die sie in "La belle saison – Eine Sommerliebe" (2015) ihr Herz unversehens verliert. 3sat wiederholt das sehenswerte Liebesdrama nun am späten Donnerstagabend.

Im Film von Regisseurin Catherine Corsini begnnt die leidenschaftliche Affäre zwischen Flugblättern und konservativer Engstirnigkeit, zwischen Vorlesungssaal und Kuhstall. Die Liebesgeschichte von zwei Frauen, Feminismus in den 1970-ern in Paris: Das franko-belgische Drama sprengt Grenzen, ist ein Befreiungsschlag – jedoch nicht provozierend oder gar überreizt. Denn eigentlich ist es nicht die Emanzipation der Frau, um die es hier geht und auch nicht unbedingt die gleichgeschlechtliche Liebe.

Es geht vielmehr um eine Emanzipation, die sich in der Sprache des Films ausdrückt und dadurch auch den Weg in unsere Denkmuster findet. Liebe wird zu einem Gefühl, das uns körperlich wie psychisch in einen Zustand versetzt, der Flügel verleiht und zugleich Ketten anlegt. Izïa Higelin und Cécile de France stellen eine Liebesbeziehung zwischen zwei Menschen auf so intuitive Weise wie nur möglich dar und führen die Verbundenheit der beiden Frauen mitsamt ihrer Gegensätzlichkeit vor Augen.

"La belle saison" ist ein ehrlicher Film, der die Liebe, von der wir schon so viel gehört und gesehen haben, in seiner Ursprünglichkeit zeigt. Einer Ursprünglichkeit, die uns mittlerweile fast schon fremd ist.


Quelle: teleschau – der mediendienst GmbH
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