15.03.2021 Themenwoche bei SAT.1

Luke Mockridge: "Finde Sätze wie 'Greta Thunberg nervt' schockierend"

von Sarah Schneidereit

Vom 15. bis 19. März steht das SAT.1-Programm unter dem Motto Wald. Luke Mockridge, mittlerweile eines der Aushängeschilder des Senders, engagiert sich ebenfalls in der "Waldrekord-Woche" – und ist gleich mit zwei Shows vertreten.

Wieso engagieren Sie sich im Rahmen der Waldrekord-Woche?

Für mich ist das eine Frage der Zeit: Ich habe das Gefühl, dass die Themen Umweltschutz und Achtsamkeit unserem Planeten gegenüber gerade wichtiger denn je sind. In unserer Redaktion achten wir sehr auf Nachhaltigkeit, wir wollen papierlos werden und auf Wegwerfprodukte verzichten. Als Vorbereitung auf die Waldrekord-Woche habe ich mich viel mit dem Thema Umwelt beschäftigt und mich eingelesen. Außerdem haben wir bei Wissenschaftlern nachgefragt. Dass es wichtig ist, Bäume zu pflanzen, das wusste ich schon in der achten Klasse. Und das Prinzip der Spendenaktion – "Ein Euro = ein Baum" – ist so einfach, das versteht jeder.

HALLO WOCHENENDE!
Interviews, TV-Tipps und vieles mehr: Zum Start ins Wochenende schicken wir Ihnen jeden Freitag unseren Newsletter aus der Redaktion.

Setzen Sie sich auch privat für ein nachhaltigeres Leben ein?

Als Kind der 90er bin ich in einer Zeit der Verschwendung und in einer Art Wegwerfgesellschaft groß geworden. Klar habe ich gelernt, dass Mülltrennen wichtig ist. Aber der Klimaschutz hat in den vergangen fünf, sechs Jahren enorm an Bedeutung gewonnen. Ich finde so Sätze wie "Greta Thunberg nervt" schockierend, denn wir brauchen jemanden, der Aufmerksamkeit auf das Thema lenkt. Und je stärker die Spitze ist, desto mehr kann sie auch in die hinteren Reihen vordringen. Die Generation "Fridays for Future" übernimmt das Ruder. Mit meinen 31 Jahren gehöre ich nicht so ganz dazu, ich stehe zwischen den Generationen. Aber ich schlage mich gerne auf die Seite der Zukunft.

Der Wald hat gerade in Zeiten der Pandemie an Bedeutung gewonnen. Ist er auch für Sie ein Zufluchtsort?

Ja klar. Ich war im vergangenen Jahr mit einer Freundin in der Eifel spazieren und habe ihr von meiner Reise nach Panama damals erzählt. Der Wald in der Eifel ist natürlich nicht direkt mit dem Dschungel vergleichbar, aber das Gefühl, das einen bei einem Spaziergang in der Natur durchströmt, ist dasselbe. So ein bisschen Demut, dass man ein Teil eines lebendigen Organismus und nur zu Gast auf diesem Planeten ist.

Die Waldrekord-Woche beginnt mit der Show "LUKE! Die Umwelt und ich". Die Zuschauer sind in dieser Reihe eher lustige, lockere Themen wie "die 90er" gewohnt. Wie passt das Thema Umwelt dazu?

Ich versuche, mit meinen Themen immer den Zeitgeist zu treffen. Als ich mit dem Format angefangen habe, gab es eine "Retro-Stimmung" – die 90er und auch die 2000er, die noch gar nicht mal so lange her waren, kamen als Thema gut an. Die Welt hat sich verändert und entsprechend möchte ich auch meinen Content an das anpassen, was gerade los ist. Natürlich mache ich das auf die gewohnte Luke-eske Art, mit Humor und ohne dauerhaft erhobenen Zeigefinger.

Am Ende der Woche folgt ein Umwelt-Spezial von "LUKE! Die Schule und ich". Was erwartet die Zuschauer?

Der Plan ist, dass Prominente die Schulbank drücken und gegen Schüler antreten. Wir haben dieses Mal Umweltschulen und ganz tolle Wissenschaftler und Umwelt-Experten dabei. Außerdem wird nicht um Geld gespielt, sondern um Bäume, die in unserem SAT.1-Wald in Mexiko gepflanzt werden. Die Show wird insgesamt sehr grün. Es ist ein bisschen wie in einer Projektwoche: immer noch Schule, aber alles unter dem Motto Umwelt.

Kann so eine Themenwoche wirklich einen Unterschied bewirken?

Wenn man das Ziel verfolgt, damit die Welt zu retten, scheitert man natürlich. Aber wenn es darum geht, ein Bewusstsein für Themen wie Nachhaltigkeit und Klimaschutz zu schaffen, dann kann so eine Woche ein kleiner Stein sein, der sich hoffentlich zu einer großen Lawine entwickelt.

Glauben Sie, dass Prominente ihre Reichweite mehr für solche Themen einsetzen müssen?

Das fällt mir etwas schwer zu beantworten. Ich selbst kenne den Zwiespalt, wenn man so etwas posten möchte. Ich frage mich dann oft, ob wirklich die Sache im Vordergrund steht oder meine eigene Eitelkeit. Ein Beispiel ist mein Engagement für "Viva con Agua". Ich bin sehr viel gereist und habe tolle Bilder und Videos, wie ich mit Kindern in einem nepalesischen Dorf tanze. Das möchte ich dann aber nicht unbedingt im Netz hochladen, damit es nicht so rüberkommt, als würde ich mich als weißer Retter aufspielen.

Sie unterstützen die "Alarmstuferot", die auf die Situation der Veranstaltungsbranche in Corona-Zeiten aufmerksam macht. Fällt Ihnen das Engagement dort leichter?

Ja, weil ich da wirklich im Thema bin. Das betrifft meine 35-köpfige Tourfamilie und mich direkt. Ich kenne mich in der Branche aus und weiß auch, was da gerade schief läuft. Es kommt mir fast so vor, als würde die Politik die Leute bestrafen, die sich für einen Job entschieden haben, mit dem sie anderen Menschen einen guten Abend bereiten wollen. Und wir merken doch alle, wie wichtig Kunst und Kultur sind, wie sehr wir das aktuell vermissen.

TV-TIPPS

"LUKE! Die Umwelt und ich"

  • Montag, 15. März, 20.15 Uhr in SAT.1

"LUKE! Die Schule und ich – Umwelt-Spezial"

  • Freitag, 19. März, 20.15 Uhr in SAT.1

Das könnte Sie auch interessieren