Für Schauspieler Mario Adorf geht ein Lebenstraum in Erfüllung: Für eine ZDF-Biographie übernimmt der 87-Jährige die Rolle des großen Philosophen Karl Marx.

Wen hat er nicht schon alles verkörpert: Vom NSDAP-Vater ("Blechtrommel" über den Edel-Wirt ("Rossini") bis zum KZ-Überlebenden ("Der letzte Mentsch") übernahm Filmlegende Mario Adorf so ziemlich jede denkbare Rolle. Sein größter Wunsch geht jedoch erst jetzt in Erfüllung: Der 87-Jährige spielt endlich den großen Philosophen Karl Marx – für Adorf, der selbst einst vom "Ende des Kapitalismus" sprach, ein Lebenstraum. Anlässlich des Marx' 200. Geburtstags übernimmt Adorf im ZDF-Dokudrama mit dem Arbeitstitel "Der deutsche Prophet. Die letzte Reise des Karl Marx" den Part des alternden "Kapital"-Verfassers.

Der Film, der sich dem letzten Lebensjahr des kritischen Ökonomen widmet, "zeigt Marx, der Weltgeschichte schrieb, auch als Privatmann und Familienvater, wie ihn kaum jemand kennt", so Stefan Brauburger, Leiter der ZDF-Redaktion Zeitgeschichte.

Zudem zeige der auch als Rückblick auf sein Schaffen konzipierte Film, "wie sich manche Annahmen von Marx in den Finanz- und Wirtschaftskrisen heute widerspiegeln". Man wolle den Autoren des "Kommunistischen Manifests" auch in seiner Zerissenheit zeigen – als hellsichtigen Wirtschaftsphilosophen, der das praktische Leben selbst nur schwer meistern konnte; ebenso als liebenden Familienvater, politischer Flüchtling und bürgerlicher Kämpfer für die Rechte des Proletariats.

Unter Regie von Christian Twente wird das ZDF-Biopic noch bis Ende November in Tschechien und in Marokko gedreht; ein Sendetermin steht noch nicht fest. Bereits im Frühjahr war in einem vielbeachteten deutschen Film des Regisseurs Raoul Peck der Schauspieler August Diehl als "Der junge Karl Marx" zu sehen gewesen.


Quelle: teleschau – der Mediendienst