Ein heißblütiger Koch findet auf einem Roadtrip durch die USA das Rezept fürs große Glück: Die mild gewürzte Komödie "Kiss the Cook – So schmeckt das Leben" überzeugt mit hohem Wohlfühlfaktor.

"Heute kommt ein Kritiker" – für Carl Casper ist diese Ansage der Anfang vom Ende. Der Sternekoch blamiert sich bis auf die abgenagten Knochen eines halben Hähnchens, verliert seinen Job, entfremdet sich von seinem Sohn und landet in einem schäbigen Fast-Food-Truck. Doch da Drehbuchautor, Regisseur und Hauptdarsteller Jon Favreau aus "Kiss the Cook - So schmeckt das Leben" eine äußerst gefällige Wohlfühlkomödie macht, wird aus dem Kritikerbesuch die ultimative Chance für einen Neuanfang: Der schmeckt nach kubanischen Sandwiches und großer Freiheit. Carl findet einen neuen Job, nähert sich seinem Sohn an, und sein Fast-Food-Truck wird zu einem kulinarischen Großereignis. Ganz nebenbei bekommt er in der Free-TV-Premiere im ZDF jede Menge Lektionen über das Wesen und Unwesen sozialer Netzwerke.

Die Küche des Edelrestaurants "Gauloises" ist seit Ewigkeiten das zweite Zuhause von Carl Casper. Hier wurde er zum Sternekoch, für sein Menü stehen die Leute Schlange. Nur wenigen Leuten fällt auf, dass Carl immer das Gleiche kocht. Einer davon ist Ramsey Michel (Oliver Platt): Der oberste Food-Blogger von Los Angeles verreißt Carls Kreationen auch prompt.

Dass der Koch ausgesprochen sauer ist, versteht sich von selbst. Dabei weiß er nur allzu gut, dass er im eigenen Saft schmort. Aber wenn der Chef (Dustin Hoffman in einer giftigen Nebenrolle) ihm Experimente verbietet, sind ihm nun mal die Hände gebunden. Dabei hat der Mann durchaus Ideen, wie die immer wieder eingestreuten Foodporn-Passagen zeigen: Wenn Carl das Kochen zur Kunst erhebt, möchte man die Nachos in den Papierkorb werfen.

Carl steckt nicht nur in einer kreativen Sackgasse, auch sein Privatleben steht Kopf: Die Ehe mit der heißblütigen Inez (Sofia Vergara) ist gescheitert, zu seinen Sohn Percy (Emjay Anthony) hat er den Draht verloren. Weil er irgendwas ändern muss, macht sich Carl eben auf die Reise. Er kauft sich in Miami einen Fast-Food-Truck und findet auf einem kulinarischen Roadtrip durch den Süden der USA nicht nur seine Leidenschaft wieder, sondern auch seinen Sohn und nicht zuletzt sich selbst.

Jon Favreau, der seine Karriere als Schauspieler in Indie-Filmen begann und zwischenzeitlich Mega-Blockbuster wie "Iron Man" inszenierte, besinnt sich in "Kiss The Cook" auf seine Wurzeln. Sein Film ist ein grundsympathischer Mix aus Familiendrama, Vater-Sohn-Geschichte und Roadmovie – solide geschrieben, liebevoll inszeniert und mit viel Lust gespielt. Kurze, verschmitzte Auftritte von Dustin Hoffman, Scarlett Johansson und Robert Downey Jr. inklusive.


Quelle: teleschau – der Mediendienst