Hinter der spießigen Fassade der Einfamiliensiedlungen lauert nicht selten das pure Grauen: eine unbequeme Wahrheit, die jedoch vorzügliche Vorlagen für Dramen, Horrorfilme und Krimis liefert. Auch die beliebten Berliner Ermittler Wachow (Stefanie Stappenbeck) und Garber (Florian Martens) begeben sich als "Ein starkes Team" diesmal direkt in die traute Nachbarschaftshölle.

In seinem achten gemeinsamen Fall sticht das Duo in ein Vorort-"Wespennest", in dem die Fassade mehr gilt als die seelische Unversehrtheit seiner Bewohner. Es mag der vielfachen Variation dieses Themas geschuldet sein – doch abseits der wie immer ruppig-sympathischen Art der Kommissare kramt der aktuelle Samstagabend-Krimi im Ersten etwas zu tief in der Klischeekiste.

Eine noble Eigenheimsiedlung irgendwo am Stadtrand von Berlin: Hinter blanken Fassaden und getrimmtem Rasen wird mitten am Tag die Hausfrau Franziska Kubsch (Nadine Warmuth) erstochen. "Das starke Team" muss ran – und trifft auf eine Nachbarschaft, in der niemand etwas mitbekommen oder gewusst haben will.

Verachtung, Affären und Verrat

Die scheinbar heile Welt ist ein gefundenes Fressen für Grummel-Ossi und Hauptkommissar Otto Garber, der mit seiner Kollegin Linett Wachow und Kollege Klöckner (Matthi Faust) Stück für Stück hinter die Fassade blickt: In der Nachbarschaft herrscht eine giftige Melange aus Verachtung, Affären und Verrat.

Die aufreibende Suche gerät zum Einblick in psychische Abgründe, die dann doch etwas zu klischeehaft geraten: Da ist der böse Nachbar Ronnie (Sönke Möhring), der mit dem Opfer ein besonderes Verhältnis pflegte; da ist die angeblich beste Freundin der Toten, die sich an den Witwer ranschmeißt; da ist der sonderbare Vorsitzende der Nachbarschaftsvertretung, der sich zwielichtiger kaum verhalten könnte.

Doch das etwas hölzern gestrickte Netz hält am Ende stand: Wo alle sich verdächtig geben, bleibt die Suche nach dem Täter im "Wespennest" unvorhersehbar und aufregend.


Quelle: teleschau – der Mediendienst