Sie hat vier Espresso getrunken und sagt, sie ist jetzt etwas hibbelig. Jade Pearl Baker geht auf die Bühne und im Publikum fangen die ersten Leute an zu lachen. Gleich zum Auftakt der siebten Staffel von The Voice of Germany am Donnerstagabend war klar: Das werden lustige Wochen. Und es wird bewegend. Denn Jade legte bei der Blind Audition auf der Bühne eine Performance hin, die Ihresgleichen sucht.

Kein Wunder, denn diese Frau ist es gewohnt, vor Publikum zu singen. Oder dieser Mann? Jade ist waschechte Berlinerin und entscheidet als Travestie-Künstlerin jeden Tag aufs Neue, ob sie lieber ein Mann oder eine Frau sein will. "Dit is eine Grenzerfahrung", frotzelte das neue Jury-Mitglied Mark Forster über den exzentrischen Auftritt, bei dem Jade den Klassiker "Moon River" aus dem Film "Frühstück bei Tiffany" zum Besten gab.

Im Team der Fantas sind die Rampensäue

"Du singst wie eine fucking Maschine", urteilte Juror und Sunrise Avenue-Frontmann Samu Haber. Diesen Ton behielt er die gesamte Sendung über bei. Passt ja auch zu einem waschechten Rockmusiker. Bei insgesamt vier Kandidaten drückten diesmal alle vier Juroren auf den roten Buzzer – so auch bei Jade. Die entschied sich für Smudo und Michi Beck von der HipHop-Gruppe Die Fantastischen Vier als Mentoren.

Wie gesagt, das wird lustig. Denn im Team der Fantas bildet sich gerade so etwas wie eine Task Force der schrillen Rampensäue. Teammitglied Nummer zwei heißt Patrick "Paddy" Strobel, ist 47 Jahre und trug am Donnerstag auf der Bühne Lederjacke und glitzernde Schuhe mit hohen Absätzen. Der Vater von zwei Kindern sang "Rock and Roll" von Led Zeppelin mit so viel Inbrunst, dass Samu Haber um ihn warb: "Ich habe Groupies in meinem Team!" Doch Paddy mit den langen Haaren und den Tattoos winkte ab: "Dann krieg' ich Ärger mit meiner Frau."

Bei der 16-jährigen Lara weinten die Juroren

Immerhin gewann der Finne Samu Haber drei Sängerinnen für sein Team. Darunter auch die Frau, die die Jurorin Yvonne Catterfeld mit ihrer Performance zu Tränen rührte. Die 16-jährige Lara Samira Will spielte auf einem Barhocker sitzend Ukulele und sang dabei mit sanfter Stimme "Let it Be" von den Beatles. Jetzt kann man einwenden, dass Yvonne Catterfeld Schauspielerin ist und bestimmt auf Kommando weinen kann. Aber Smudo wischte sich ebenfalls verstohlen die Augen.

"Das war so, als würde sich ein Engel mit einer Harfe auf einen Barhocker setzen", versuchte Neu-Juror Mark Forster, poetisch zu werden. Wenn der Popsänger die siebte Staffel von The Voice of Germany mit seinem Team gewinnen will, muss er einen Zahn zulegen. Zumeist schnappten ihm die anderen Juroren die guten Kandidaten vor der Nase weg.

Acht Kandidaten sind eine Runde weiter

Nur ein Sänger wollte zum Auftakt der neuen Staffel in das Team von Mark Forster. Dieser Kandidat hat es aber in sich: Der erst 17 Jahre alte Benedikt Köstler ist 1,92 Meter groß und singt mit so einer tiefen Stimme, als wäre er ein 40-Jähriger mit Haaren auf der Brust und Vollbart. Umso größer war die Überraschung, als alle Juroren ihre Stühle umdrehten und ihn sahen. "Wann war dein erstes Mal?", fragte Yvonne Catterfeld, meinte seinen ersten Bühnenauftritt und erntete dennoch Kichern im Publikum.

Acht Kandidaten sind nach dem ersten Teil der Blind Auditions eine Runde weiter: Mark Forster coacht Benedikt Köstler, Michi und Smudo den Rocker Patrick Strobel sowie die Travestie-Künstlerin Jade und Yvonne Catterfeld die soulige BB Thomaz und den niedlichen Melvin Vardouniotis. Im Team von Juror Samu Haber schließlich sind Malina Stark, Selina Edbauer und die Ukulele-Spielerin Lara Samira Will. Bevor sie sich in ihren Teams beweisen können, geht es am Sonntag um 20.15 Uhr auf SAT.1 aber erst einmal weiter mit den Blind Auditions.