Playboy-Interview

Deshalb ließ Bully Herbig Staffeln der "bullyparade" aus dem Verkehr ziehen

Mit "Der Schuh des Manitu" oder der "bullyparade" setzte Michael Bully Herbig Maßstäbe für den Humorstandort Deutschland. Doch nicht alle seine Erfolgsproduktionen sieht er heute noch positiv.

Humor und Michael Bully Herbig – das passt einfach zusammen. Zwischen 1997 und 2002 verschaffte er unzähligen TV-Zuschauern in der TV-Comedyserie "bullyparade" Lachanfälle. Zum Klassiker ist längst auch die Westernparodie "Der Schuh des Manitu" (2001) geworden. Bevor der Komikexperte ab 1. April als Gastgeber der Amazon-Comedyshow "Last One Laughing" deutsche Comedians zum Lachwettstreit gegeneinander antreten lässt, äußerte sich Herbig gegenüber dem "Playboy" zum Thema Humor.

"Ich kann über einen guten Gag, den ich mal gemacht habe, durchaus lachen. Ich kann mich aber genauso für einen schlechten Gag unheimlich schämen", räumte der 52-Jährige ein. "Deswegen habe ich ja auch die ersten drei Staffeln der 'bullyparade' aus dem Verkehr ziehen lassen." Es seien einige "Rohrkrepierer" dabei gewesen, die er den Zuschauern nicht mehr habe zumuten wollen, so der Regisseur in der April-Ausgabe des Magazins.

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Ganz anders sei das bei "Last One Laughing". Die Amazon-Produktion, in der Comedians wie Anke Engelke, Carolin Kebekus und Tedros "Teddy" Teclebrhan voreinander performen, aber nicht lachen dürfen, sei mit das Beste, was Herbig bislang gemacht habe. "Es gibt Aufnahmen von mir im sogenannten Kontrollraum, auf denen ich einen knallroten Schädel und feuchte Augen habe, weil ich so sehr lachen musste", verriet er.

Neben der Amazon-Comedyshow wird Michael Bully Herbig dieses Jahr auch noch im Kinofilm "Der Boandlkramer und das ewige Leben" zu sehen sein – sofern die Lichtspielhäuser während der Corona-Pandemie wieder öffnen dürfen. In der Fortsetzung des Erfolgsfilms "Die Geschichte vom Brandner Kaspar" (2008) spielt Herbig nicht nur die Hauptrolle des Sensenmannes, sondern brachte nach dem Tod von Regisseur Joseph Vilsmaier die Komödie auch zu Ende.

"Im Nachhinein glaube ich, dass er es gespürt hat. Wie es tatsächlich um ihn stand, hat er nicht kommuniziert, das wusste in dieser Deutlichkeit niemand. Ich glaube, dass er das bewusst so gehandhabt hat, weil ihm klar war: Wenn er den Leuten sagt, wie es ihm wirklich geht, wird jeder Hemmungen haben, mit dieser Leichtigkeit einen Film über den Tod zu machen", erinnerte sich der Schauspieler und Filmemacher an die letzten Wochen an der Seite des bayerischen Urgesteins.


Quelle: teleschau – der mediendienst GmbH
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