Mit "Nerve" gelingt zwei jungen Regisseuren ein actiongeladener Thriller, der in die dunkelsten Tiefen des Internets entführt. Dort wächst manch schüchterne Person zu ungeahnter Größe heran.

Bist du Player? Oder bist du Watcher? Diese Frage stellt sich Vee (Emma Roberts), als sie das erste Mal vor dem illegalen Onlinespiel "Nerve" sitzt. Eigentlich ist die Schülerin bekannt für ihre schüchterne Art. Im Freundeskreis gilt die Teenagerin als eine, die sich gerne hinter ihrer Kamera versteckt. Der klassische Watcher also: passiv, zurückhaltend, vielleicht sogar ein bisschen langweilig. Dennoch oder genau deshalb beschließt Vee, sich als Player bei dem Onlinegame anzumelden. Schon beginnt eine seltsame Verwandlung, die der Thriller "Nerve" beschreibt. ProSieben zeigt den Thriller der Regisseure Henry Joost und Ariel Schulman nun als Wiederholung.

Schnell zeigt sich: Vee soll nicht als Einzelgängerin, sondern als Teamplayerin auftreten. Schon bei ihrer ersten Challenge als VEE99 – "Küsse für fünf Sekunden einen Fremden" – lernt sie ihren Spielpartner IAN (Dave Franco) kennen. Die beiden geben das perfekte "Nerve"-Team ab. Ihre gemeinsamen Challenges beginnen als harmlose Streiche. Doch schnell werden die Challenges härter und steigern sich schließlich bis ins Lebensgefährliche.

Die Filmästhetik von "Nerve" zeichnet sich durch Kreativität und technisches Know-how aus. Bilder setzen sich zusammen wie ein Puzzle: Reelle Stadtaufnahmen, amateurhafte Handyvideos und Einstellungen, die wie Tabs auf dem Computer oder wie Ausschnitte aus einem Onlinegame erscheinen, vereinen sich. Dadurch wird ein filmischer Kosmos erschaffen, der die Realität auf den Straßen und die Virtualität im Netz geschickt verknüpft.

Dazu überzeugt "Nerve" durch sein dramaturgisches Konzept, das auf dem Erfolgsroman "Das Spiel ist aus, wenn wir es sagen" von Jeanne Ryan basiert. Wie verändert sich das Körperbewusstsein, wenn die Watcher-Anzahl steigt? Was macht eine hohe Punktezahl mit dem Selbstwertgefühl? Die Antworten sind mitunter verstörend.


Quelle: teleschau – der Mediendienst