Klavierbauer Jan (Lucas Gregorowicz) ist verschuldet, die Liebste würde gerne mit ihm zusammenziehen, und Tochter Mia, die er vor 13 Jahren samt Mutter verlassen hat, will nichts mehr von ihm wissen. Doch eine Reise nach Italien schmiedet alle wieder zusammen.

Eine Reise nach Italien macht uns alle immer wieder schwach. Dem Reiz des Mandolinenklangs und einer Serpentinenfahrt über dem Golf kann sich niemand ernstlich entziehen. Auch im Falle der romantischen Freitagskomödie "Papa hat keinen Plan" nach dem Trivialroman "Wenn nicht, dann jetzt" von 2012 ist das wieder so: Ist erst mal Italien erreicht, geht dem Zuschauer mit den Protagonisten das Herz sperrangelweit auf.

Eine erste, vom Off-Kommentar der Hauptfigur, nämlich des unzuverlässigen Vaters und Klavierbauers Jan (Lucas Gregorowicz) begleitete Szene auf der Piazza wirkt vielversprechend. Sogar eine Art Toto ist als Polizist zugegen und alle, Deutsche wie Italiener, plappern erfrischend frech durcheinander. Alles wird aber von Tochter Mia (Bianca Nawrath) übertroffen, die sich seit nunmehr 13 Jahren von ihrem nach der Scheidung entflohenen Vater verachlässigt fühlt. Weil Jan eine Pianoforte-Lieferung in den Süden benutzt, um seiner übergriffigen Freundin, aber auch dem Gerichtsvollzieher zu entfliehen, tun sich die beiden zusammen.

Mia, 16, hat auf der Reise so ziemlich alles im Griff. Früher hätte man gesagt: Sie hat im Vater-Tochter-Verhältnis die Hosen an. Das Kind ist an der Macht. Schließlich ist Mia im Recht, der Papa hatte sich damals nach der Scheidung einfach verdrückt. Die Konstellation könnte ganz reizvoll sein, weil sie dem üblichen Muster der Familienversöhnung entgegenläuft. Leider lässt Mia aber die Muskeln ein bisschen zu sehr spielen. Der Jungsprech kommt ihr von der Zunge wie Kaugummiblasen. "Nur mal die Basics", erklärt sie sogleich dem Papa, "Wir sind noch lang keine Buddies", wenn der sich mal wieder zu weit vorgewagt hat. Und, damit das klar ist: "Du mischt dich nicht in mein Leben ein – und ich mich nicht in deins!"

Ist ja gut, wir haben ja schon verstanden. Teenager sind so, besonders wenn der Alte beim Sich-Übergeben nach drei Tiramisu gleich eine Essstörung vermutet, oder hinter dem Turteln in der Strandkabine eine unziemliche Annäherung. Wie gut, dass es vor Ort genügend erwärmende Höflichkeiten auf Italienisch gibt. Schönste Sprachmusik und, auch das, monetäre Hilfe für den von der Armut bedrohten Klavierstimmer aus Deutschland. "Die Deutschen sind auch nicht mehr das, was sie mal waren", sagt süffisant die freundliche Gastgeberin.

Dass das alles auf ein versöhnendes Happy End zulaufen wird, will das Gesetz des Degeto-Freitagsfilms (Produktion: Saxonia Media, mithilfe der Filmförderung von Kampanien), in dem die seuchenhaft um sich greifende Handy-Dramaturgie eine wahre Orgie feiert. Indessen wird hier endlich mal saubere Italien-Werbung betrieben. Kein TV-Commercial bekäme das besser hin, wenn der Cinquecento wie in den Fünfzigerjahren des vergangenen Jahrhunderts um die Kurve biegt, oder wenn Papa durchs Fernrohr über den blauen Golf von Neapel lugt. Künftig wolle er alle Jahre wieder zwei Wochen mit der versöhnten Tochter in Italien Urlaub machen. Dass die ihn dann bloß nicht fragt, ob er ein "Honk" oder wenigstens "vom Affen gebissen" sei.


Quelle: teleschau – der Mediendienst