Sie sind berüchtigt, die (über)-ehrgeizigen "Tennis-Väter" und "Eiskunstlauf-Mütter". In einer neuen Folge der "Gipfelstürmer" ist es Weitspringerin Nele, die von ihrer Mutter unter Druck gesetzt wird.

Sechs, manchmal sogar über sieben Millionen Menschen schauen donnerstags im ZDF zu, wenn "Bergdoktor" Hans Sigl unterwegs ist. Nun aber hat der erst einmal wieder Pause. Eben wurde noch die Reihe "Tonio & Julia", in der sich ein Priester und eine Familientherapeutin zum Segen ihrer Gemeinde zusammentaten, mit Erfolg gesendet, da findet sich der Zuschauer auch schon in einem Sportinternat – wieder vor bayerischen Bergen, wieder in der Nähe von Tölz. "Flieg, Liv, flieg!" ist die aktuelle Folge der neuen "Gipfelstürmer"-Reihe überschrieben, die in der vergangenen Woche startete.

Es gilt, auf einem Privatgymnasium die Olympiasieger von morgen zu schmieden: Medaillengewinnerinnen von gestern wollen ihre Töchter siegen sehen. Die aber haben ganz anderes – vornehmlich die Liebe und deren natürliche Folgen – im Sinn. Und eine ehrgeizige Direktorin (Katja Weitzenböck) gibt es auch: Die hat die Schule in einem Schloss eingerichtet, dessen Ankauf womöglich auf tönernen Füßen steht. Kerstin Pistorius und Anna Tebbe verfassten das Drehbuch zu dieser namhaft besetzten Geschichte. Regie führte Jakob Schäuffelen.

Ein neuer "Fall" also für Nele Seitz (Maya Haddad), die frisch am Internat wirkende Sozialpädagogin. Sie kümmert sich wirklich, hat nicht nur ihren persönlichen Werdegang und den Erfolg des Sportinternats im Sinn. Sie macht sich Sorgen um Liv (Nadja Sabersky). Gerade mal 16 ist das Mädchen, das großes Talent als Weitspringerin hat. Doch aktuell ist sie in einer Krise. Von ihrer ehrgeizigen Helikopter-Mutter wurde Liv gepiesackt, samt telefonisch durchgegebenem Essens- und Trainingsplan, Kontrolle der Blutwerte inklusive. Immerhin, jetzt entpuppt sich Mutter Sellmann (Julia Stinshoff) bei ihrem persönlichen Eintreffen dann doch nicht als die Rabenmutter, was zu befürchten war. Stolz zeigt die Ex-Olympiasiegerin Nele ihre alten Medaillen im Plüschkasten.

Während die Jungen zwischen Training und Matheprüfung hin- und hergerissen sind, entspinnt sich in der Lehrerschaft ein Zweikampf zwischen Elite-Sehnsucht und Lebensklugheit, was zu Kalendersprüchen führt, wie "Abschlüsse lassen sich nachholen, Jugend nicht!". Oder auch nur zu der Behauptung, dass "wahre Freundschaft Konkurrenz aushalten" muss.

Nach all dem, nach Liebesschwüren und Entbehrungen, nach intermittierenden Abschweifungen ins Dorfwirtshaus, ja sogar nach Waldpilz-Doping, kommt es am Ende zu einem überraschenden Finale. Klar, dass an diesem Donnerstagabend alles irgendwie gut ausgeht.

Katja Weitzenböck, Fleix von Manteuffel, Johanna Bittenbinder und Franziska Schlattner spielen weitere Hauptrollen in diesem höchst familientauglichen Regionalfilm, der Ernstes, Charmantes und auch Entspanntes vermischt.


Quelle: teleschau – der Mediendienst