"Hitman: Agent 47" will ein Computerspiel auf die Leinwand bringen. Obwohl es dauernd kracht und rummst, kommt die Action nur selten mitreißend in Fluss.

Was sich mit einem Hubschrauber doch alles anstellen lässt! Der Actionkracher "Hitman: Agent 47" (2015) zeigt, wie die Rotorblätter die hübsche Glasfassade eines Wolkenkratzers in Singapur auffräsen, sich ins Gebäude hinein fressen, Bürocomputer zersäbeln und auch ein paar Bewaffnete erwischen. Das alles nur, damit Katia (Hannah Ware) ihre Fesseln löst, aus dem per Autopilot gelenkten Heli springt und bei der Überwältigung einer Kleinarmee von Killern ihren Kämpferinstinkt entdeckt. ProSieben zeigt den Film von Aleksander Bach nun in einer Wiederholung.

Agent 47 (Rupert Friend) heißt die menschliche Killermaschine, die beauftragt ist, Katia ebenso zu töten wie ihren Vater Dr. Delriego (Rolf Kanies). Den sucht Katia seit Jahren selbst. Die junge Frau hat keine Ahnung, dass ihr Erzeuger für den Ostblock Auftragsmörder programmierte. Ebenso wenig weiß sie, dass ein mächtiger Rüstungskonzern nach ihm fahndet, um das Killerprogramm neu aufzulegen. Mit übernatürlicher Antizipation für Gefahrensituationen und einem ausgeprägten Fluchtinstinkt ausgestattet, spürt sie, dass Agent 47, selbst ein Produkt des Vaters, sie verfolgt.

Schreiend unplausibel, brachial und primitiv – Skip Woods' zweite Adaption der Computerspiel-Reihe "Hitman" wirkt arg zusammengewürfelt. Dass derselbe Autor an "X-Men Origins: Wolverine" (2009) und dem vielschichtigen Thriller "Passwort: Swordfish" (2001) mitschrieb, ist kaum zu glauben.

Der eigentliche Knackpunkt liegt aber in der Performance der Darsteller. Hannah Ware erscheint etwas zu reif für ihre Rolle. Rupert Friend weiß nicht so richtig, wie sich eine menschliche Killermaschine bewegt. Ausgerechnet in Nahkämpfen erlegt Regisseur Aleksander Bach den beiden ein wie mit dem Metronom getaktetes, eckiges Gebärdenspiel auf. Katia muss ja nur ein bisschen herumballern, aber Agent 47 teilt Schläge und Schüsse wie ein steifer, ruckartig sich drehender Wetterhahn aus. Computerspiele mit lahmer Grafik können so aussehen. Ein Film sollte mehr motorische Dynamik besitzen.


Quelle: teleschau – der Mediendienst