Frankreichs Schauspielerstar Omar Sy mimt in "Plötzlich Papa" einen Frauenhelden, der sich auf einmal um seine kleine Tochter kümmern muss, von deren Existenz er nichts wusste. Das Vater-Tochter-Gespann überzeugt auf ganzer Linie, das Drehbuch hat Schwächen.

Seit der grandiosen Komödie "Ziemlich beste Freunde" ist Omar Sy ein Star – nicht nur in Frankreich, längst auch in Hollywood. Dort spielte er etwa neben Tom Hanks in "Inferno" (2016) sowie neben Hugh Jackman in "X-Men: Zukunft ist Vergangenheit" (2014). In "Plötzlich Papa", einer charmanten Vater-Tochter-Geschichte, hat der Franzose mit dem breiten Grinsen wieder eine Paraderolle: In Im Remake der mexikanischen Komödie "No se aceptan devoluciones" (2013) von Eugenie Derbez spielt Sy einen Vater, der jede Hürde mit Leichtigkeit nimmt. Den kurzweiligen Film aus dem Jahr 2015 gibt es im Ersten nun als Auftakt des ARD-"SommerKino" erstmalig im Free-TV zu sehen.

Neben der französischen Produktion verspricht Programmdirektor Volker Herres im Rahmen der Filmreihe bis Ende September noch jede Menge "große Gefühle, bewegende Geschichten und preisgekrönte Filmkunst". Zu den diesjährigen Highlights gehören das oscarnominierte Drama "Lion – Der lange Weg nach Hause" (Montag, 5. August, 20.15 Uhr), die schwedische Komödie "Der Hunderteinjährige, der die Rechnung nicht bezahlte und verschwand" (Dienstag, 20. August, 22.45 Uhr) und die in Cannes ausgezeichnete deutsche Produktion "Toni Erdmann" (Montag, 2. September, 20.15 Uhr).

In "Plötzlich Papa" steht Samuel (Omar Sy) im Mittelpunkt. Er arbeitet in einem Strandclub an der Côte d'Azur und schippert reiche Touristen übers Meer. Seinen Job macht er sehr gut, und dem Charme des umtriebigen Singles kann kaum einer widerstehen, erst recht nicht Frauen. Affären hat und hatte er viele, die sind allerdings schnell wieder vergessen. So wie Kristin (Clémence Poésy), eine kleine Bettgeschichte aus dem vorigen Sommer. Als die hübsche Frau eines Tages vor ihm steht und ihm sein angebliches Baby in die Hand drückt, ändert sich Samuels Leben schlagartig. So schnell wie möglich will er die Sache klären und Kristin, die einfach abgehauen ist, das Bündel zurückgeben. Er fliegt ihr nach London hinterher, Kristin ist dort aber unauffindbar. Glücklicherweise lernt der französische Sunnyboy in der britischen Metropole den Filmproduzenten Bernie (Antoine Bertrand) kennen.

Ein paar Jahre später hat sich Samuel in London eingerichtet, arbeitet als Stuntman beim Film und ist in seiner Freizeit nur noch pflichtbewusster Vater. Gloria (Gloria Colston), seine reizende Tochter, hat ihn offenbar zu einem besseren Menschen gemacht. Und weil deren Mutter seither kein Interesse an ihrer Tochter zeigte, lässt Samuel Gloria in dem Glauben, ihre Mutter wäre eine Geheimagentin, immer auf Reisen und nie erreichbar. Doch dann, nach acht langen Jahren, taucht die Rabenmutter plötzlich auf mit dem Anspruch, ihre Tochter zu sehen. Nach der ersten überaus unbeschwerten Hälfte entwickelt sich die Komödie zu einem Konfliktdrama mit einem hoffnungslos konstruierte Twist ...

Regisseur Hugo Gélin hat es mit "Plötzlich Papa" sicherlich gut gemeint. Es sollte eine rührende Vater-Tochter-Geschichte werden, mit einer klaren Botschaft, die am Ende explizit verkündet wird: Schlimmer als die Angst vor dem Leben sei es, das Leben nicht gelebt zu haben. Es ist dem defizitären Drehbuch geschuldet, dass einen der Film nicht in dem Maße bewegt, wie er könnte. Dennoch machen die Schauspieler ihre Sache sehr gut, allen voran ein überschwänglicher Omar Sy und der charismatische Neuzugang Gloria Colston. Die beiden bilden ein umwerfendes Vater-Tochter-Gespann, von dem jeder, der Kinder hat, nur träumen kann.

"Mein Humor hat mir immer schon geholfen" – lesen Sie hier ein Interview mit Omar Sy.


Quelle: teleschau – der Mediendienst