Sein "Banana Boat Song" machte ihn in den 50er-Jahren weltberühmt. Doch Harry Bellafonte war mehr als nur der "König des Calypso". Mit Filmen wie Otto Premingers "Carmen Jones" wurde er zu einem der ersten großen schwarzen Hollywood-Stars. Sein Ruhm half ihm auch dabei, zu einer politischen Leitfigur zu werden – etwa im Kampf für mehr Bürgerrechte, an der Seite von Martin Luther King, sowie als Aktivist gegen den Vietnamkrieg, die Unterdrückung amerikanischer Ureinwohner oder die Apartheid in Südafrika. Der bereits 2010 entstandene Dokumentarfilm "Sing Your Song – Das bewegte Leben des Harry Belafonte" zeichnet die Vita einer Legende nach, die am 1. März 91 Jahre alt wurde. Sein langjähriger Weggefährte Martin Luther King wurde vor 50 Jahren erschossen.

Dokumentarfilmerin Susanne Rostock porträtiert einen Star, der bis ins hohe Alter streibar blieb. Schon 1959 bekam Harry Belafonte eine eigene Fernsehshow und wurde als erster Afro-Amerikaner mit dem begehrten TV-Preis Emmy ausgezeichnet. Damals musste er allerdings – aufgrund der vorherrschenden Rassen-Diskriminierung im Lande – noch einen anderen Eingang als seine weißen Background-Sänger ins TV-Studio wählen. Erniedrigungen, die Belafontes Wirken ein Leben lang prägten. Aus Protest gegen die damals herrschenden Verhältnisse, die sich tragischerweise im grassierenden neuen Rassismus der Trump-Ära widerspiegeln, gründete er schon früh eine eigene Independent-Filmproduktion. Seine Popularität wusste Harry Belafonte stets geschickt zu nutzen, um sich für klare politische Botschaften stark zu machen.

"Always Sing Your Song"

So nahm er oft an Kundgebungen und Protestmärschen teil – etwa auch beim legendären "March on Washington" im Jahr 1963. Zusammen mit Miriam Makeba, die als "Mama Afrika" berühmt wurde, setzt er sich gegen Rassendiskriminierungen in Südafrika ein. "Ich will dir keine guten Ratschläge erteilen, aber einen Tipp habe ich für dich: Always Sing Your Song." Diesen Tipp bekam Harry Belafonte von Paul Robeson, seinem Jugendidol, wie er im Film verrät. Er beherzigte die Maxime nicht nur auf der Bühne, sondern auch als politischer Aktivist, Bürgerrechtler und UNICEF-Botschafter.

Susanne Rostock hat für ihren Dokumentarfilm umfassendes Archivmaterial zusammengesammelt. Außerdem führte sie lange Gespräche mit Belafonte und seinen Freunden und Wegbegleitern – darunter Kirk Douglas, Tony Curtis, Nelson Mandela und Bill Clinton sowie Musiker wie Quincy Jones und Nat "King" Cole. Besonders wichtig war der Regisseurin Belafontes Begegnungen mit Martin Luther King: "Doktor King rief mich an und sagte, er wolle mit mir plaudern, es würde nicht lange dauern", erzählt Belafonte in dem Dokumentarfilm. "Als ich nach vier Stunden wieder ging, wusste ich, dass ich für immer in seinem Dienst stehen würde."

Das BR-Fernsehen zeigt "Sing your Song" zum 50. Todestag von Martin Luther King, der am 4. April 1968 erschossen wurde.


Quelle: teleschau – der Mediendienst