Verschwörungstheoretiker haben es ja schon immer gesagt: Sie glauben an den "Deep State", also einen "Staat im Staate". Hinter dem Begriff verbirgt sich die Annahme, dass ein Land eben nicht von den gewählten Vertretern des Volkes regiert wird, sondern von einer (un)heimlichen nicht näher benannten Macht dahinter. In den modernen Zeiten von Fake News erleben solche Gedankenspiele weltweit ein Revival. Genau in diesem nebulösen Kosmos aus Fakten, Fiktion und zumindest gefühlten Wahrheiten wurde die achtteilige Spionageserie "Deep State" angesiedelt. Die richtige Serie zur richtige Zeit, möchte man meinen. Am Montag, 9. April, 21.45 Uhr, zeigt FOX Channel die Deutschlandpremiere mit Originalton-Option. Regulär läuft "Deep State" ab 10. April, immer dienstags 21 Uhr.

Max Easton (Mark Strong) führt ein zurückgezogenes Dasein in den Pyrenäen. Der Ex-Spion des britischen Geheimdienstes hat genug von seinem früheren Leben voller Intrigen und Lügen. Doch die Vergangenheit holt Easton ein, als er von seinem Ex-Chef des verdeckten MI6/CIA-Teams "Sektion" wieder in den Dienst berufen wird. Vordergründig geht es für ihn zunächst darum, den Tod seines entfremdeten Sohnes Harry (Joe Dempsie) zu rächen.

In der achtteiligen britischen Serie von Showrunner Matthew Parkhill ("Rogue") und Produzentin sowie Emmy-Gewinnerin Hilary Bevan Jones ("Cracker") bleibt es jedoch nicht bei einem simplen Rache-Plot. Der Einstieg und einige harte Szenen Eastons bei seinem Rachefeldzug dienen nur dazu, tief in die dunklen Sphären der Agenten und Geheimdienste abzutauchen. Gewissenlos schützen sie dunkle Machenschaften, von denen eine breite Öffentlichkeit nichts erfahren soll.

Bei seinen Ermittlungen kommt Easton einer weitreichenden Verschwörung auf die Spur. Es sind mächtige Unternehmen, die das eigentliche Sagen haben, und nicht etwa die Politiker seines Landes, dem Easton doch früher mal einen Eid geschworen hatte. Die Mächtigen der Konzerne bilden den beschworenen Staat im Staate, dessen Ziel es ist, aus dem sich ausbreitenden Chaos im Nahen Osten Profit zu schlagen.

Zwischen Lüge und Wahrheit

"Deep State" setzt bewusst auf den immer wieder verschwommenen und oftmals irritierenden Unterschied zwischen Lüge und Wahrheit. Dass Parkhill und Jones dabei auch mit echten "Verschwörungstheorien" spielen, macht den spannenden Spionagethriller umso glaubwürdiger und löst ihn von der Oberfläche der bloßen Unterhaltung. Es geht um die großen Fragen der Weltpolitik. Schließlich gibt es nicht wenige, die behaupten, dass das derzeitige Leid im Nahen Osten von außen gemacht, wenn nicht gewollt ist. Verantwortlich dafür sei nach Auffassung dieser Verschwörungstheoretiker die Gier des Westens nach Ressourcen.

Der wie immer großartige Mark Strong ("Kingsman: The Secret Service") sorgt vor einem manchmal etwas arg diffusen Hintergrund für die nötige Klarheit und Wucht, um so eine Geschichte glaubhaft zu machen.


Quelle: teleschau – der Mediendienst