Die Ermittler Boerne (Jan Josef Liefers) und Thiel (Axel Prahl) finden in einem Waldstück ein Skelett. Die Leiche muss schon etwa zwei Jahre dort liegen und kann einer verschwundenen Tänzerin zugeordnet werden. In der "Tanzsportgemeinschaft Münster" ist man über das traurige Auftauchen des lange vermissten Mitglieds nicht begeistert, steckt die Truppe doch gerade in wichtigen Wettkampfvorbereitungen.

Der 29. "Tatort" aus Münster, "Ein Fuß kommt selten allein" (2016), den das Erste zur Primetime wiederholt, ist so hanebüchen wie ein Edgar-Wallace-Krimi, aber eben auch einigermaßen rhythmisch und schwungvoll erzählt (Regie: Thomas Jauch). Die Erstausstrahlung am 8. Mai 2016 wurde in Deutschland von 12,69 Millionen Zuschauern gesehe, sie erreichte einen Marktanteil von 37,1 Prozent. Münster zieht immer – sicherlich auch in der ARD-Wiederholung.

Überraschungen im engeren Sinn muss in diesem übersichtlichen Humorstück keiner fürchten. Der Mörder kommt aus dem Tanzsportmilieu, wer es wohl ist, riecht man Meilen gegen den Wind. So war es früher bei den Agatha-Christie-Krimis, und so ist es heute bei den "Tatorten" aus Münster. Boerne und Thiel sind gewissermaßen die Hüter des Miss-Marple-Erbes. Kein Ermittlerdialog kommt ohne spitzen Seitenhieb aus, alles fließt, nichts plätschert, und die Logik tanzt Freestyle.


Quelle: teleschau – der Mediendienst