Schauspielerin Barbara Wussow findet, dass das deutsche Fernsehen zu einer "Wegwerfgesellschaft" verkommen ist. Im Interview schimpfte die 57-Jährige jetzt über das Gebaren der Sender: "Ganz schnell wird heute etwas hingestellt, aber wenn die Quote nicht passt, wird es eben genauso schnell wieder entsorgt. So bekommt man kein gutes Fernsehen. Gutes Fernsehen muss sich bewähren können." Man müsste "den Formaten viel mehr Zeit geben", meint die Tochter des berühmten Schauspielerehepaares Klausjürgen Wussow und Ida Krottendorf, die am Ostersonntag, 1. April, in "Traumschiff: Malediven" (20.15 Uhr, ZDF) erstmals in ihrer neuen Rolle als Hoteldirektorin Hanna Liebhold zu sehen sein wird. "Würde heute jemand 'Das Traumschiff' erfinden", sagt sie, "er hätte keine Chance mehr. Leider."

Aber das "Traumschiff" habe sich "zum Glück schon ein bisschen länger etabliert". Daher geht Barbara Wussow "fest davon aus, dass die Sendung auch in zwei Jahrzehnten noch ein großes Publikum haben wird. Und warum sollte ich dann eigentlich nicht mehr dabei sein?" Sie liebe ihren Beruf "ohne Wenn und Aber so sehr, dass ich ihn auch in 20 Jahren gerne noch ausüben würde".

Genau wie ihr Kollege Sascha Hehn, der auf dem "Traumschiff" Kapitän Kapitän Victor Burger verkörpert, verdiente sich Wussow einst als blutjunge Darstellerin in der guten, alten "Schwarzwaldklinik" die ersten Meriten. Ihre Serienrollen hatte einst sogar eine heftige Liebesbeziehung verbunden. Klar, dass sich die beiden heute abseits des Drehs an der Bordbar auch mal über die alten Zeiten austauschen. "Wir schwelgen gerne in Erinnerungen", berichtet die Schauspielerin. "Wir hatten damals ja eine sehr schöne Zeit. Tolle Kollegen, eine tolle Produktion an einem schönen Ort, tolle Geschichten – da passte alles."

Zwar scheiterte 2005 der Versuch einer Neuauflage grandios, aber Barbara Wussow ist überzeugt, dass die "Schwarzwaldklinik" immer noch sehr viele Zuschauer finden würde. "Wenn die Bücher gut sind und man es gut macht, also nicht so verkrampft auf modern getrimmt, dann sprächen die Geschichten noch heute ein breites Publikum an."

Formate wie die "Schwarzwaldklinik" seien "weitaus weniger seicht als ihr Ruf, und immer ganz nah am Leben", findet Barbara Wussow, deren Vater einst den legendären "Schwarzwaldklinik"-Chef Dr. Klaus Brinkmann spielte. "Solche Alltagsdramen sind zeitlos, und wir haben so viele großartige Schauspieler, die für solche Rollen gemacht sind. Wirklich schade, dass sich keiner mehr an eine richtige Familienserie wagt."

Die ZDF-Serie "Die Schwarzwaldklinik" gilt noch immer als die erfolgreichste deutsche Fernsehunterhaltungsserie. Bis zu 28 Millionen Menschen saßen in den 80er-Jahren vor den Fernsehapparaten. Insgesamt wurden 73 Folgen produziert.


Quelle: teleschau – der Mediendienst