Vieles neue macht der Mai – auch bei Sky. Die Pay-Plattform, mit rund 5,2 Millionen Kunden Marktführer im deutschsprachigen Raum, führt unter der vollmundigen Verschlagwortung "Das neue Sky" diverse technische Neuerungen ein, die das Angebot des Bundesliga-Fußball-, Film- und Serien-Riesen noch attraktiver machen sollen. "Wir haben unseren Kunden sehr gut zugehört", sagte Carsten Schmidt, CEO von Sky Deutschland, als er am Dienstagabend in Unterföhring die Neuerungen vorführte, mit denen sein Haus angeblich passgenau auf die Wünsche vieler Abonnenten reagiert.

Was Schmidt am Sky-Stammsitz präsentierte, entspricht allerdings in weiten Teilen Antworten auf Wünsche, die Nutzern von Streamingdiensten wie Netflix oder Amazon Prime schon länger erfüllt wurden. Im Wesentlich handelt es sich dabei um eine klarere, überarbeitete Nutzeroberfläche, mit der sich Sky auf dem TV-Bildschirm, aber auch auf Mobilgeräten präsentiert. Außerdem gibt es nun Funktionalitäten wie ein die sogenannte "Autoplay"-Technik, die "stressfreies Binge-Watching" etwa von Serien ermöglicht. Wenn eine Episode zu ihrem Ende gekommen ist, startet automatisch die nächste Folge, ohne dass man als latent bewegungsfauler Zuschauer eine neue Taste drücken muss. Die "Restart"-Funktion macht es möglich, Sky-Filme, die bereits zu einer früheren Uhrzeit begonnen haben, trotzdem direkt von Beginn an zu sehen. Außerdem merkt sich die überarbeitete Software, die bei allen Online-Übertragungswegen zum Einsatz kommt, an welcher Stelle man ein Programm zuletzt verlassen hat und setzt unabhängig vom Abspielgerät exakt an dieser Stelle bei einem erneuten Aufrufen des Inhalts wieder an. Praktisch, wenn man eine Serien-Folge zunächst im Wohnzimmer beginnt und dann auf dem Smartphone vor dem Gartengrill oder mit dem Tablet vom Bett aus weitersehen möchte.

"Einfacher, schneller, besser"

Carsten Schmidt sprach vom "besten Fernseherlebnis aller Zeiten", das Sky nun biete. Mit den Worten "Ich versuch's erst gar nicht mit Bescheidenheit", leitete er entsprechend großsprecherisch die Vorstellungen der Produktneuheiten ein. Diese haben einen einfachen Namen, den man bereits aus Großbritannien kennt, wo Sky ebenfalls Pay-Marktführer ist: Das neue Angebot heißt "Sky Q", es soll das TV-Erlebnis nun ab dem 2. Mai 2018 auch in Deutschland "einfacher, schneller und besser" machen, wie es in München-Unterföhring heißt. Die neue Sky-Q-Software wird Bestandskunden, die einen Sky+ Pro-Reciever besitzen, automatisch aufgespielt. Zusatzkosten sollen dafür nicht entstehen. Dafür kann man das Sky-Programm dann auf fünf Geräten, darunter drei Fernsehern und zwei Mobilgeräten wie Tablets oder Handys, empfangen.

Ohne exaktes Startdatum kündigte Carsten Schmidt weitere technische Innovationen (für Sky-Verhältnisse) an, die noch dieses Jahr folgen sollen. So soll es künftig eine Voice-Controll-Funktion geben, bei der Zuschauer praktisch mit ihrer Fernbedienung "sprechen" und so über Audio-Anweisungen das Fernseherlebnis steuern können. Ab dem Sommer kommt zudem eine Soundbox, die Sky zusammen mit dem französischen Hersteller Devialet anbietet, auf den Markt. Sie soll echten Surround-Sound für das persönliche Heimkino ermöglichen und dabei das Klangerlebnis von Filmen, aber auch von Sportereignissen perfekt auf die Verhältnisse vor Ort abstimmen.

Netflix wird integriert – gegen Bezahlung

Zudem will sich Sky – sicher auch unter dem Marktdruck der Mitbewerber – künftig auch auf nicht ganz alltägliche Partnerschaften einlassen. So öffnet sich die Plattform unter der neuen Sky-Q-Software auch für den bisherigen Rivalen Netflix. Der Streaming-Dienst, für den man allerdings separat ein eigenes Abo abschließen muss, wird dann als App-Lösung in das Sky-Angebot integriert. Schon jetzt werden dort ab Mai mit der Einführung von Sky Q etwa die Mediatheken von ARD und ZDF direkt anspielbar sein. "Man muss Neues wagen", erklärt Carsten Schmidt diesen Schritt. "Das passt in die Zeit", so der Sky-Chef. Kunden erwarten eben Lösungen "aus einer Hand".

Ebenfalls ab Mai präsentiert sich das Angebot Sky Ticket überarbeitet, das die eher wählerischen Zuschauerschichten anspricht, die sich nicht dauerhaft an ein starres Pay-TV-Abo binden wollen. Das Angebot läuft unter dem Motto "Sofort streamen. Monatlich kündbar". Die entsprechende Sky Ticket-App wurde ebenfalls überarbeitet. Noch in Vorbereitung und schon mal vage für den Sommer angekündigt wurde ein eigener "Sky Ticket TV Stick". Damit kann man sich eine Auswahl aus dem Sky-Gesamtprogramm künftig auch dann auf das Fernsehgerät laden, indem man lediglich den entsprechenden Empfangs-Stick in die entsprechende Smart-TV-Buchse schiebt.

Auch wenn darüber hinaus keine weiteren Technik-Neuerungen vorgestellt wurden, will Carsten Schmidt sein Unternehmen weiter zukunftsfit halten. So sportlich, wie man das vom wichtigen Bundesliga-Partner eben erwartet. "Jeden Monat eine Neuigkeit von Sky", versprach der Sky-Spielführer jetzt schon mal.


Quelle: teleschau – der Mediendienst