Eine durchtrainierte Wonder Woman und zwei talentierte Herren mit Sinn für Humor fielen in der ersten Folge von "Let's Dance" am Freitag besonders auf. Nach dem großen Kennenlernen bewegten sich die 14 Tanzpaare in der Live-Show im Kölner Studio bis zum großen Schweißausbruch, Juror Joachim Llambi zeigte sich gewohnt feinherb und die Weltmeisterin Kathrin Menzinger kam zwar eine Runde weiter, doch verlor trotzdem ihren Tanzpartner.

Denn der Partner der österreichischen Profitänzerin ist normalerweise nicht Youtube-Sternchen Heiko Lochmann wie in der Show, sondern der Tänzer Vadim Garbuzov. Menzinger und Garbuzov tanzen seit 14 Jahren gemeinsam in internationalen Turnieren und gewannen unter anderem vor drei jahren die WM der Profis im Showdance Standard. Doch bei "Let's Dance" ist Profitänzer Garbuzov weniger erfolgreich: Er schied mit seiner Promi-Tanzpartnerin Tina Ruland bereits in der Auftaktfolge aus dem Rennen.

Profi Menzinger muss dem "Lochi" das Flirten beibringen

Zwar hatte das Tanzpaar von der Jury mit 14 Punkten doppelt so viele Punkte bekommen wie die nach Jury-Wertung Letztplatzierten, Fernsehkoch Chakall und Profitänzerin Marta Arndt. Chakall schaute bei seinem Tanz, einem Cha-Cha-Cha, so unsicher drein und stemmte die Hand so offensichtlich verlegen und verloren in die Hüfte, dass die Jury ihm nicht mehr als insgesamt sieben Punkte zugestand. Doch die Zuschauer vor dem Fernseher haben Chakall scheinbar trotzdem lieber zugesehen als der Schauspielerin Tina Ruland. Bei der Live-Abstimmung gaben sie ihm und seiner Tanzpartnerin Marta Arndt mehr Stimmen, sodass Tina Ruland und Vadim Garbuzov in der Gesamtwertung auf den letzten Platz herunterschlitterten.

Profitänzerin Kathrin Menzinger, hat jetzt eine schwierige Aufgabe: Sie muss Heiko Lochmann das Flirten beibringen. Und den Hüftschwung. Juror Llambi attestierte dem "Lochi" nämlich eine "Knickhüfte", und wenn Kathrin Menzinger und Heiko Lochmann noch eine weitere Runde "Let's Dance" überleben wollen, sollten sie dieses Problem wohl besser schnell beheben. Dabei ist Menzinger es eigentlich gewohnt, zu gewinnen. 2015 nahm die Profi-Tänzerin zum ersten Mal bei "Let's Dance" teil und gewann gemeinsam mit dem Fußballer Hans Sarpei. Ob sie wohl aus dem Youtube-"Lochi" auch noch einen echten Tänzer macht?

Die alten Haudegen überholen die 20-Jährigen

Die Konkurrenz in der elften Staffel der Show jedenfalls ist nicht nur stark, sondern auch einfallsreich. "Die Höhle der Löwen"-Investorin Judith Williams holte bereits in der Kennenlern-Show die meisten Punkte. Sie war damit in dieser Woche sicher und wäre selbst dann noch weitergekommen, wenn sie nur stockgerade einen langsamen Walzer getanzt hätte. Aber eine Judith Williams gibt sich mit so etwas natürlich nicht zufrieden. Die Unternehmerin hat lange Zeit Ballett getanzt und eine Karriere als Opernsängerin hinter sich. Beim Training für "Let's Dance" demonstriert sie vor der Kamera: Sie kann auch Spagat. Mit ihrem Profi-Partner Erich Klann glitt die Wunderfrau Williams absolut passend zu den Zeilen "She may be the reason I survive" von Elvis Costello übers Parkett, ließ sich hochheben, verbog sich und holte bei der Jury satte 24 Punkte.

Aber diesmal wurde Williams noch übertrumpft von dem Comedian Ingolf Lück, der aus seinem Tanz einen richtigen kleinen Sketch machte. Die Story: Er sitzt am Klavier, als seine Tanzpartnerin Ekaterina Leonova beginnt zu tanzen. Lück fängt an, mitzutanzen, wirft ungelenk das Bein in die Luft, wirbelt seine Tanzpartnerin herum und trifft trotz Slapstick-Einlagen genau den Takt. Die Jury war begeistert. "Ich wurde gut unterhalten", lobte Joachim Llambi. "Die zwei alten Haudegen haben den Jungen mal gezeigt, wo der Hammer hängt". Der zweite Haudegen ist Thomas Hermanns. Der Comedian wirbelte zu "I'm so excited" von den Pointer Sisters im Quickstepp durch den Saal und versprühte eimerweise gute Laune. Dafür gab's von der Jury 23 Punkte und damit nur einen Punkt weniger als für Judith Williams. Sowohl die Löwin als auch die Haudegen zeigen also in der neuen Staffel von "Let's Dance" in der Tat den 20-Jährigen unter den Teilnehmern, wo der Hammer hängt. Aber Alter ist ja relativ. Dafür, dass es seiner Performance an Energie fehlte, hat sich Jimi Blue Ochsenknecht mit den Worten entschuldigt: "Ich werde nächstes Jahr immerhin auch schon 27."