Nach dem jüngst ausgestrahlten Schwarzwald-"Tatort" entlud sich in den sozialen Medien heftige Kritik. Grund dafür war aber nicht alleine der sexuelle Missbrauch eines jungen Mädchens, den der Film thematisierte.

Es war ein komplexes Thema, mit dem das Kommissaren-Team Tobler (Eva Löbau) und Berg (Hans-Jochen Wagner) im neusten "Tatort" zu tun hatte. In der Folge "Für immer und dich" beschäftigte das Duo aus dem Schwarzwald neben einem Mord auch ein vermisstes junges Mädchen. Bald schon kam ans Licht, dass die verschwundene 15-Jährige (Meira Durand) mit einem deutlich älteren Mann (Andreas Lust) durchgebrannt war, um mit ihm fragwürdige Beziehung auszuleben. Unweigerlich stellte sich die Frage: Wurde man durchs Zusehen zum Komplizen eines Mannes, der eine Minderjährige in seiner (sexuellen) Gewalt hatte?

Von der Kritik wurde der Film von Autor Magnus Vattrodt und Regisseurin Julia von Heinz hoch gelobt. Bei vielen Zuschauern kam die schwer verdauliche Lolita-Geschichte jedoch überhaupt nicht gut an. Bei den "Tatort"-Fans in den sozialen Medien sorgte besonders eine Szene für Entsetzen, die mit dem sensiblen Thema nur am Rande zu tun hatte. Darin wurde in einer expliziten Gewaltorgie gezeigt, wie ein Hund grausam erschlagen wird.

Kaum war der SWR-Krimi zu Ende, überschlugen sich die kritischen Kommentare auf der offiziellen Facebook-Seite des "Tatorts". Eine Nutzerin schrieb: "Ab jetzt werde ich Tatort boykottieren, weil man die Szene mit dem Hund nicht hätte zeigen müssen. Auch, wenn es nur ein Film ist. Pfui!" Eine andere Userin stimmte in die Kritik ein: "Das mit dem Hund hättet ihr euch sparen können. Das ist überflüssig grausam, ohne die Handlung voran zu bringen. Ich musste abschalten, weil mir übel wurde." Eine weitere Nutzerin nahm die Szene mit dem Hund ebenfalls mit, warf aber eine andere Frage auf: "Ich habe die Szene mit dem Hund auch schwer ertragen, auch die Reaktionen hier zeugen davon. Aber warum schockiert das uns mehr als der sexuelle Missbrauch des Mädchens?"

Den Quoten der "Tatort"-Folge taten die kontroversen Diskussionen derweil keinen Abbruch. Insgesamt schalteten 9,14 Millionen Zuschauer ein, was einem starken Marktanteil von 25,3 Prozent entspricht. Damit setzte sich der Krimi im Ersten deutlich an die Spitze der Primetime-Formate. Mit großem Abstand folgt der erste 90-Minüter des aufwendigen ZDF-Dreiteilers "Bella Germania", den 4,67 Millionen Zuschauer verfolgten.


Quelle: teleschau – der Mediendienst