Animationsfilm bei SAT.1

"The Boss Baby": Der Nachwuchs gibt den Ton an

von Jasmin Herzog

Als er ein kleines Brüderchen bekommt, ändert sich das Leben des siebenjährigen Tim schlagartig. Zumal der Kleine kein gewöhnliches Baby ist. Doch dann raufen sich die beiden Brüder doch noch zusammen.

SAT.1
The Boss Baby
Trickfilm • 06.06.2020 • 20:15 Uhr

2010 erschien das Bilderbuch "The Boss Baby" von Marla Frazee, in dem ein ungewöhnlicher Säugling den Alltag eines Paares gehörig durcheinanderwirbelt. Lose basierend auf diesem knapp 40-seitigen Werk, brachte die Produktionsschmiede DreamWorks 2017 einen gleichnamigen Animationsfilm mit hübscher Optik ins Kino, den SAT.1 nun zur Primetime wiederholt.

Das Leben des siebenjährigen Tim könnte schöner nicht sein. Mit großer Begeisterung besteht er in seiner Fantasie spannende Abenteuer, die ihn an aufregende, weit entfernte Orte führen. Tims Eltern nehmen sich ausreichend Zeit für ihren Sohn, fördern seine Vorstellungskraft und singen ihn jeden Abend in den Schlaf.

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Tim würde am liebsten gar nichts ändern. Doch eines Tages steht plötzlich Nachwuchs auf der Matte. Schlimmer noch: Sein Brüderchen erweist sich als perfektionistischer Stratege, dem von nun an alle Aufmerksamkeit zuteil wird. Tim findet schon bald heraus, dass der eigenwillige Säugling sprechen kann und für eine mysteriöse Firma einen brisanten Auftrag erledigen soll.

Die Grundidee ist abgedreht, bietet aber reichlich Potenzial, da sie eine interessante Frage umkreist: Wie erlebt ein Kind die Ankunft eines neuen Babys und die damit einhergehenden Veränderungen im familiären Alltag? Verbunden wird diese Thematik mit der absurd-witzigen Idee eines anzugtragenden Säuglings, der in Businessfragen bestens bewandert ist.

Leider interessieren sich Regisseur Tom McGrath ("Madagascar", "Megamind") und Drehbuchautor Michael McCullers nur bedingt für die veränderte Familiendynamik. Statt das häusliche Szenario eingehend zu beleuchten, bringen sie recht schnell einen willkürlich zusammengeschusterten Verschwörungsplot ins Rollen. Auf mitreißende Actionszenen, kindgerechte Slapstick-Einlagen und Anspielungen für Erwachsene muss man dabei nicht verzichten. Wohl aber auf Augenblicke, die das Herz erwärmen.

Deutlich ausgefeilter als die Handlung ist die optische Gestaltung des Films. Besonders dann, wenn die Macher in Tims Vorstellungswelt eintauchen. In comichaft überzeichneten Bildern erhält das Publikum einen Eindruck von der blühenden Fantasie des Jungen. "The Boss Baby" bleibt dadurch visuell abwechslungsreich und feiert immer wieder die Kraft der Imagination.


Quelle: teleschau – der mediendienst GmbH
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