Einfach mal zurücklehnen, abschalten, Spaß haben: Die "Nice Guys" machen's möglich. Regisseur Shane Black ("Iron Man 3") wirft Russell Crowe und Ryan Gosling ins Los Angeles der späten 70er-Jahre. Korruption, Big Business, Pornos: Black, der einst das Drehbuch zu "Zwei stahlharte Profis – Leathal Weapon" (1987) schrieb, taucht mit Privatdetektiv Holland March (Gosling) und dem Berufsschläger Jackson Healy (Crowe) ganz tief ein in eine herrlich verdreckte Welt und beweist dabei einmal mehr großes Gespür für den Zuschauer. RTL zeigt die unterhaltsame Buddy-Komödie nun in einer Free-TV-Premiere.

Wenn ein Mann einem anderen die Hand bricht (so verläuft das erste Treffen zwischen Healy und March), ist das per se erst mal nicht lustig – und ja, man hat sich in "The Nice Guys" auf einen sehr physischen Humor einzustellen. Shane Black aber macht schon aus einer einfachen Szene wie dieser einen echten Brüller. Einen von vielen in diesem Film. Der stämmige, abgeklärt prügelnde Healy hat March im Rahmen eines Jobs aufgesucht: Er hatte einer jungen Dame nachspioniert und Healy soll dem Stalker klarmachen, dass er damit aufzuhören hat.

Mit der kompliziert gebrochenen Hand erachtet Healy seinen Auftrag zunächst als erledigt. Ein spannender Kriminalfall führt ihn und March dann aber doch wieder zusammen. Das besagte Mädchen, die aufmüpfige Revoluzzerin Amelia (Margaret Qualley), entpuppt sich als die Tochter der ranghohen Politikerin Judith Kuttner (Kim Basinger). Wer hat March auf Amelia angesetzt? Wer vertritt welche Interessen bei dem Ermittlungsverfahren wegen Luftverschmutzung, dem ihre Mutter Judith vorsitzt? Und was hat der mysteriöse Tod des Pornostars Misty Mountains (Murielle Telio) mit der ganzen Sache zu tun?

Seite an Seite und in höchstem Maße unterhaltsam stolpern March und Healy während ihrer Ermittlung von Hinweis zu Hinweis. Sie interpretieren Indizien falsch, crashen eine dekadente Porno-Party, und dazwischen gibt es immer wieder handfeste Auseinandersetzungen mit der Unterwelt von L.A. Kurz gesagt – sie outen sich als ziemliche Schwachmaten.

Wenig von dem, was die "Nice Guys" ausmacht, ist neu. Shane Black konzentriert sich einzig und allein darauf, Spaß auf die Leinwand zu bringen. Egal ob die Dialoge, die Action, die überzeichneten Figuren oder das Timing der Gags: Man merkt "The Nice Guys" in jeder Sekunde an, dass hier echte Profis am Werk waren. Was im Übrigen auch für die Hauptdarsteller gilt: Vor allem Crowe erweist sich mit der ihm eigenen Körperlichkeit und einem trockenen Sinn für Humor als echte Bereicherung. Auch wenn diese "Nice Guys" alles andere als nett oder angenehm sind: Gegen ein Wiedersehen gibt es nichts einzuwenden!


Quelle: teleschau – der Mediendienst