Millionen Tiere werden Jahr für Jahr Tausende Kilometer weit transportiert. Zumindest innerhalb der EU gibt es klare Regeln und Verbote, die jedoch immer wieder umgangen werden. Eine investigative Reportage deckt unwürdige Bedingungen auf.

Millionen Rinder, Schafe, Schweine und Ziegen werden jedes Jahr zwischen den Ländern der Europäischen Union transportiert. Das geschieht, so unschön es sein mag, weitgehend legal. Und größtenteils in geregelten Bahnen aufgrund der in den vergangenen Jahren eingeführten schärferen Kontrollen. Dennoch passiert es auch weiterhin, dass Tiere aus Deutschland in teilweise heruntergekommenen Schlachthöfen nicht nur in der Türkei landen. Für manche der Wesen führt die Tour der Leiden sogar noch viel weiter – bis nach Libyen oder in den Libanon.

Der renommierte Autor und TV-Journalist Manfred Karremann, unter anderem ausgezeichnet mit einer Goldenen Kamera und nominiert für den Grimme-Preis für investigative Reportagen über den Umgang von Menschen mit Tieren, hat sich im Rahmen von "37°" ein weiteres Mal auf die Lauer gelegt. Erneut deckt er unglaubliche Missstände und einen unwürdigen Umgang mit Lebewesen auf. Karremann führt unter anderem auf, wie Rinder von deutschen Weiden bis nach Nahost verschifft werden können.

Eine der Maschen funktioniert so: Ahnungslose deutsche Landwirte verkaufen Kälber an einen Händler. Der verkauft sie weiter. Oft gehen die wenigen Wochen alten Tiere anschließend direkt in Mastbetriebe in Ländern wie Spanien. Kaum gemästet, sind die deutschen Rinder auf dem Weg in den Nahen Osten oder nach Nordafrika. Doch auch legale Wege führen noch immer aus Deutschland in sogenannte Drittländer: einfach, indem Rinder aus einem Bundesland mit Exportverbot in ein anderes ohne diese Beschränkung verschoben und von dort ausgeführt werden. Der Film zeigt: Selbst Rinder aus Brasilien werden bis in die Türkei verschifft. Nicht selten werden die Tiere unmittelbar nach ihrer Ankunft sogar noch weiter bis in den Irak transportiert.

Besonders perfide ist, dass im Drittland verarbeitetes eigentlich "deutsches" Vieh dann auch wieder zurückgeführt wird. Oftmals über einen erneuten Transportweg über hunderte von Kilometern hinweg. Vor allem in der Türkei wird sehr viel Leder verarbeitet. Mögen der neue Schuh oder der Gürtel auch sehr hübsch aussehen, es kann sein, wie Karremann aufdeckt, dass die Haut der Tiere nur durch vorangegangene Quälerei und einer unwürdigen Schlachtung gewonnen wurde.

37°: Tiertransporte grenzenlos – Di. 18.02. – ZDF: 22.15 Uhr


Quelle: teleschau – der mediendienst GmbH