Dritte Staffel bei Sky

So brutal wird das Finale von "Tin Star"

von Andreas Fischer

Ein guter Cop ist er schon lange nicht mehr: Tim Roth pfeift in der dritten und finalen Staffel der Neo-Western-Serie "Tin Star" (ab 4. Februar bei Sky) auf seine Dienstmarke, kehrt Kanada den Rücken und zieht eine Blutspur durch Liverpool.

Es ist eine ziemlich lange Liste, die Jack (Tim Roth) da in der Hand hält: Nach zwei ziemlich blutigen Staffeln in der kanadischen Wildnis kehrt der Polizist für das Finale der Sky-Serie "Tin Star" (ab 4. Februar) zurück nach Hause. In Liverpool hat er noch einige Rechnungen zu begleichen – mit all den Männern und Frauen, die auf seiner langen Liste stehen.

Positiver Nebeneffekt des Zettels: Weil ihn Jack, seine Frau Angela (Genevieve O'Reilly) und Tochter Anna (Abigail Lawrie) einfach abarbeiten, kommt man gut in die düstere Racheserie rein, auch ohne die Vorgeschichte zu kennen. Was in den ersten beiden Staffeln passierte, spielt zwar eine Rolle, ist aber nicht wirklich wichtig. Schließlich will sich Jack nicht mehr vor seiner Vergangenheit verstecken, sondern ihr die Lichter ausblasen. Und zwar mit dem einen oder anderen großen Knall.

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Einfach wird das nicht: Jacks ehemalige Nemesis, der Gangsterboss Michael Ryan (Ian Hart), ist mittlerweile zu einem schwerreichen Immobilienmogul aufgestiegen. Auch in Liverpool greifen die Gesetze des Kapitalismus: Mit viel Geld kann man sich viel kaufen, mithilfe der Polizeichefin Catherine McKenzie (Tanya Moodie) sogar eine reine Weste. Doch gegen Jack hilft kein Fleckenentferner.

Alkohol, Gewaltexzesse, Mord und Totschlag: "Tin Star" bleibt sich treu, hat lediglich Kanadas majestätische Weite gegen Liverpools enge Gassen eingetauscht. Dort ballern sich Jack und seine Familie durch das Finale einer Neo-Western-Serie, die weiterhin mehr Wert auf Theatralik als auf Plausibilität legt. Der makabere Humor und die stilistischen "Fargo"-Anleihen entschädigen dafür allemal.

Tim Roth, Quentin Tarantinos Kultschauspieler ("Reservoir Dogs", "Four Rooms"), wird übrigens weiterhin Gewaltorgien zelebrieren. In der neuen Marvel-Serie "She-Hulk" wird er 2022 bei Disney+ als Abomination zurückkehren. Roth spielte den destruktiven Bösewicht bereits in "Der unglaubliche Hulk" (2008), dem lausigsten Kinofilm im Marvel Cinematic Universe (MCU). Dass ihn die MCU-Kreativen aus dem Keller lassen, muss aber kein schlechtes Omen für die Serie sein: Roth war der einzige Lichtblick in einem Film, der außer Zerstörungsorgien nicht viel zu bieten hatte. "Tin Star" mit Sky Ticket schauen.*

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Quelle: teleschau – der mediendienst GmbH
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