"Story im Ersten"

"Tödliches Erbe": Ist der Dethlinger Teich das giftigste Loch der Welt?

von Andreas Schoettl

An mindestens 200 Orten in Deutschland lagern chemische Kampfstoffe. Der Dethlinger Teich bei Munster in der Lüneburger Heide gilt gar als "giftigstes Loch der Welt".

ARD
Die Story im Ersten: Tödliches Erbe
Dokumentation • 17.08.2020 • 22:45 Uhr

Er gilt als einer der unheimlichsten Orte der Republik: der Dethlinger Teich bei Munster in der Lüneburger Heide. Experten schätzen es als das vermutlich "giftigste Loch der Welt" ein. Der Grund hierfür liegt im Zweiten Weltkrieg. Unmittelbar östlich des Teiches wurde in Bunkern die Füllung und Lagerung von Kampftstoffmunition durchgeführt. Hinzukam die Produktion von Brandbomben und chemischen Kampfmitteln. Kontaminiertes Wasser wurde direkt in das Gewässer entsorgt.

Doch nicht nur das. Als die britische Armee ab 1945 die ehemalige Waffenschmiede der Nazis übernahm, benutzte auch sie den Teich als nasse Deponie für Kampfstoffe aller Art. Geschätzt werden, dass rund 100.000 Stück Zündladungen, 3.000 Stück Kampfstoffgranaten, hunderte Phosgenbomben oder etwa 300 Fässer mit Flüssig-Phosgen im Teich lagern sollen.

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Der Film "Tödliches Erbe" von Frido Essen, der nun im Rahmen von "Die Story im Ersten" zu sehen ist, deutet an, wie gefährlich "Giftlöcher" wie der Dethlinger Teich bis heute sind. Nach seiner Zuschüttung in den 1950er-Jahren wird eine der größten Kriegswaffen-Halden der Bundesrepublik nun wieder geöffnet. Experten sollen prüfen, welche Gefahren von dort wirklich ausgehen. Doch bereits die ersten Erkenntnisse alarmieren. "Wenn die Arbeiter an die Bohrung schauen, sehen sie nur Granaten", so ein Experte.


Quelle: teleschau – der mediendienst GmbH
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