Offener Umgang mit Homosexualität

Toni Kroos: "Weiß nicht, ob ich jemanden raten würde, sich als Aktiver zu outen"

In einem "GQ"-Interview zeigt sich Fußball-Star Toni Kroos skeptisch, was den offenen Umgang mit Homosexualität im Profifußball betrifft. Auch über seine Pläne für die Zukunft spricht er offen.

"Ich weiß nicht, ob ich jemandem raten würde, sich als Aktiver zu outen", bekennt Toni Kroos in einem Interview mit der Zeitschrift "GQ", die sich in ihrer aktuellen Ausgabe dem Thema LGBTQ annimmt.

Der Real-Madrid-Star wird deutlich: "Auf dem Platz wird ja manchmal mit gewissen Wörtern um sich geworfen, und bei den Emotionen der Fans im Stadion könnte ich nicht dafür garantieren, dass derjenige nicht doch abgewertet und beschimpft wird. Das sollte nicht der Fall sein, und der Profi, der sich outet, hätte auch bestimmt viel Unterstützung von allen Seiten. Ob das aber in einem Stadion voller gegnerischer Fans auch der Fall ist, bezweifle ich." Jeder müsse für sich entscheiden, ob ein Comingout eher ein Vor- oder Nachteil sei. "Aber ein durchgehender Vorteil wäre es, glaube ich, auch heute noch nicht."

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Deutschlands erfolgreichster Fußballer aller Zeiten, der nicht nur Weltmeister wurde, sondern insgesamt auch viermal die Champions League gewann, spricht im Interview auch über die Folgen der Corona-Krise für den Fußball. Es werde länger dauern, bis wieder so große Summen für Spieler ausgegeben würden wie früher, glaubt Kroos. "Aber es wird wieder der Punkt kommen, an dem der Fußball auf dem Stand von vor der Krise ist. Das ist dem Wettbewerb heutzutage geschuldet, da ist so viel Erfolgsdruck dahinter, auch wegen der Medien. Wenn es die Möglichkeit gibt, wieder so viel Geld auszugeben wie vor der Pandemie, wird das auch passieren."

Auch über seine Pläne nach dem Ende der Karriere äußert sich der 30-Jährige. Eine Funktion als Cheftrainer auf hohem Niveau könne er sich nicht vorstellen: "Dann komme ich wieder in das rein, was mich am aktuellen Fußball am meisten stört: dieses Reisen, wochenlang nicht zu Hause zu sein. Das will ich nicht. Aber ich könnte mir vorstellen, etwas im Nachwuchsbereich zu machen, meine Erfahrung weiterzugeben. Wichtig ist mir, dass ich mein Leben, meinen Alltag komplett selbst bestimmen kann."


Quelle: teleschau – der mediendienst GmbH
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