Finale Staffel bei Netflix

"Tote Mädchen lügen nicht": Wie weit geht Winston?

von Sarah Kohlberger

Netflix läutet nun die vierte und letzte Staffel der Erfolgsserie "Tote Mädchen lügen nicht" ein. In der dritten Staffel wurde Bryce Walker (Justin Prentice) ermordet – doch nicht alle kennen die Wahrheit. Kann die Truppe rund um Clay (Dylan Minnette) die Umstände seines Todes weiterhin vertuschen?

Als "Tote Mädchen lügen nicht" 2017 bei Netflix startete, löste die Serie teils heftige Kontroversen aus: Die erste Staffel handelte von Hannah Baker (Katherine Langford), die auf 13 Kassetten erklärte, warum sie sich umgebracht hat. Mediziner und Psychologen kritisierten, dass die gezeigten Szenen andere Jugendliche zum Suizid animieren könnten. Das zog natürlich die entsprechenden Schlagzeilen nach sich. Doch die Macher ließen sich von dem Wirbel nicht beirren, verarbeiteten weiterhin sensible Themen wie Vergewaltigung, Abtreibung, Mobbing und sogar Mord in den folgenden Staffeln, ließen in einem Making-Of Psychologen zu Wort kommen und boten über die Internetseite "13reasonswhy.info" Hilfe für suizidgefährdete Menschen an.

Und all das mit Erfolg: Trotz der Kritik entwickelte sich die Serie, die auf dem Roman "13 Reasons Why" (2007) von Jay Asher basiert und unter anderem von Sängerin Selena Gomez produziert wird, zu einem absoluten Highlight auf Netflix. Am 5. Juni kommt die vierte und letzte Staffel des Serienhits ins Portfolio des Streamingdienstes.

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Den Inhalt hat bereits das Ende der dritten Staffel angedeutet. "Montgomery de la Cruz hat Bryce umgebracht", erklärte Ani (Grace Saif) Deputy Standall (Mark Pellegrino), dem sie ihre Geschichte und damit auch die augenscheinliche Wahrheit offenlegte. Doch tatsächlich steckt hinter dieser Aussage kein Fünkchen Wahrheit. Deputy Standall glaubt ihr zwar nicht, will ihr aber auch nicht widersprechen – aus guten Gründen. Auch die Zuschauer, die die bisherigen Folgen gesehen haben, wissen ganz genau, dass Monty (Timothy Granaderos) eigentlich nichts mit Bryces (Justin Prentice) Tod zu tun hat. Der Fall scheint abgehakt, doch natürlich ist klar, dass zu viele Fragen offen sind für ein versöhnliches Ende.

Ein Blick zurück auf das vergangene Staffelende zeigt, dass es neben Deputy Standall zwei weitere Schwachstellen gibt, die die Truppe rund um Clay (Dylan Minnette) noch mal ordentlich in Angst und Schrecken versetzen: Zum einen zieht ein Fischer Tylers (Devin Druid) Tasche voller Waffen aus dem Wasser, zum anderen weiß Montys Affäre Winston (Deaken Bluman) ziemlich genau, dass Monty nicht der Mörder gewesen sein kann – schließlich hat er die Nacht bei ihm verbracht. Wie weit wird Winston gehen, um die Wahrheit herauszufinden?

Da der eigentlich verhasste und gewalttätige Monty, der gerne seine Mitschüler schikanierte, dabei durchaus menschliche Züge gezeigt hat, will Winston nun in den zehn neuen Episoden der vierten Staffel dessen Unschuld beweisen und beginnt, in der Vergangenheit zu graben – und natürlich auch in den einzelnen Geschichten von Alex (Miles Heizer), Jess (Alisha Boe), Justin (Brandon Flynn), Zach (Ross Butler) und den anderen Beteiligten. Kommen sie mit ihrer Geschichte rund um Bryces Tod durch – und wie weit geht Winston, um die Wahrheit herauszufinden? Ebenfalls im Vordergrund steht, dass sich die Gruppe in ihrem letzten Jahr an der Liberty Highschool befinden und sich nun auf ihren Abschluss vorbereiten wird.

Wie die dritte Staffel hat auch die vierte nichts mit Hannah Baker zu tun, um die es in den ersten beiden Staffeln ging. Das ist auch völlig in Ordnung, schließlich wurde ihre Geschichte ausladend erzählt. Die Tode von Bryce und Monty sowie weitere hochdramatische Ereignisse bieten viel Spielraum, um jeden einzelnen Charakter der Serie mit seinem Päckchen voller Geheimnisse weiterzuentwickeln. Vor allem Clay muss sich in den neuen Folgen mit seinen traumatischen Erlebnissen auseinandersetzen – in einer Therapie.

Das Besondere an der Serie von Brian Yorkey ist, dass sie verdeutlicht, wie gemeinsame Erlebnisse eine Truppe Leute zusammenschweißen können. Am Ende gilt nur der Zusammenhalt, um Probleme zu lösen. Ob sie nun weiterhin versuchen, ihr großes Geheimnis zu bewahren, wird die vierte Staffel zeigen. Danach kommt allerdings definitiv keine Fortsetzung mehr, was – und darüber sind sich viele Fans in den sozialen Medien einig – das Beste für die Serie ist. Ob es also ein "Scheiß Leben für immer" werden wird, wie Jess und Alex gerne sagen, werden die Zuschauer also nicht mehr erfahren.


Quelle: teleschau – der mediendienst GmbH
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