Michael Kirk gehört zweifellos zu denjenigen Journalisten, die wissen, wie man eine gute Dokumentation dreht, eine mit spannender Dramaturgie, erstklassigen Protagonisten, aber vor allem: einer soliden Recherche. Der Regisseur und Produzent war unter anderem für Formate wie "Inside the Meltdown" über die Finanzkrise 2008 oder "Bush’s War" über den Irakkrieg verantwortlich und hat für den US-Sender PBS die Doku-Reihe "Frontline" entwickelt. Ein Vollprofi seines Fachs.

Nun zeigt Arte das neueste Werk des Filmemachers: "Putin vs. USA". Die Kernfrage dabei: Warum hat Wladimir Putin versucht, Einfluss auf die Präsidentschaftswahlen in den USA 2016 zu nehmen, wie heute angenommen wird? Warum sah Wladimir Putin die Vereinigten Staaten als Feind? Was heißt das für die Zukunft der USA? Und welches Bedrohungspotenzial hat es für Demokratien weltweit?

Michael Kirk hat dafür, so ist man es von seinen Dokumentationen gewohnt, eine Vielzahl von Insidern interviewt – darunter hochrangige Politiker, Diplomaten und Geheimdienstoffiziere. Gemeinsam mit Journalisten und Historikern zeichnen sie nach, wie Putin vom unbedeutenden KGB-Agenten zum mächtigen Präsidenten eines immer selbstbewussteren Russlands geworden ist – das in der Lage ist, den Cyberkrieg in die USA und die ganze Welt zu tragen.

Der erste Teil zeigt dabei unter anderem, welche Ereignisse seit dem Niedergang der Sowjetunion dazu geführt haben, dass Putin davon überzeugt ist, dass die USA immer ihre Hände im Spiel haben, wenn Länder sich aus der russischen Einflusssphäre befreien wollen. Und er macht deutlich, warum der russische Präsident vor allem Hillary Clinton als Hauptgegnerin sah.