Vor einer "Verspargelung" der Landschaft warnen die einen, die Notwendigkeit einer Energiewende beschwören die anderen. Der Streitpunkt: Windräder, hineingepflanzt mitten ins schöne Deutschland. Dazwischen: die Interessen der Energiewirtschaft.

In "Wer Wind sät" (2015; Regie: Marcus O. Rosenmüller) gerät das bewährte Ermittlerduo Oliver von Bodenstein (Tim Bergmann) und Pia Kirchhoff (Felicitas Woll) mitten hinein in die aufgeheizte Debatte. Und bekommt es bald mit zwei Toten zu tun. Erst trifft es den Hausmeister einer Windanlagenfirma, dann den Leiter einer Bürgerinitiative, die gegen die Kraftwerke Sturm läuft.

Auch die vierte Taunuskrimi-Verfilmung des ZDF basiert auf einem Roman von Nele Neuhaus. Aus dem 550-Seiten-Schmöker hat Drehbuchautorin Anna Tebbe versucht, so viel herauszuholen wie möglich. So vermischen sich Haupt- und Nebenhandlungen zusammen mit den persönlichen Konflikten der beiden Kommissare zu einem in 90 Minuten nur schwer durchschaubaren Gewirr, dem ein ordentlicher Windstoß zum Entheddern gutgetan hätte.

Dennoch ist "Wer Wind sät" spannende Unterhaltung am Puls der Zeit, mit einem aufeinander eingespielten Ermittlerteam, das – selten genug in der deutschen Fernsehkrimilandschaft – angenehm bodenständig ist.


Quelle: teleschau – der Mediendienst