Der Film "Wer hat Angst vorm weißen Mann?" handelt von einem rassistischen Metzgermeister, der nach seinem Tod nur durch einen Schwarzafrikaner Kontakt zu seinen Hinterbliebenen halten kann. Eine Komödie, mit einer durchaus bewegenden Lektion für ein menschliches Miteinander.

Es sind derbe Worte, die weh tun. Und die doch so gesagt werden müssen, weil man sie so hört – mitten in München und in ganz Deutschland. "Wie soll ein Neger wissen, wie man Weißwürste macht", poltert Metzgermeister Franz Rissmeyer (großartig: Andreas Giebel), als er die neue Aushilfe, den Schwarzafrikaner Alpha (Tony Mpoudja), das erste Mal in seinem Geschäft arbeiten sieht.

Nur mit ganz viel gutem Willen kann man Rissmeyer Senior noch als typischen bajuwarischen Grantler bezeichnen. Eigentlich ist er ein verbohrter, bösartiger, hartherziger Rassist – aber einer von vielen, die allzu leichtfertig von "Bimbos" sprechen und denen schlechte Wortspiele von "Schwarzsehen" bis "Schwarzarbeiten" leicht über die Lippen kommen.

Und doch nimmt die übersinnlich angehauchte, tatsächlich rabenschwarz respektlose Dramen-Komödie "Wer hat Angst vorm weißen Mann?" (2013, Regie: Wolfgang Murnberger) einen guten Weg: Franz lernt seine Lektion von der Brüderlichkeit – auch wenn sie ihn das Leben kostet. Es ist ein Film, der finstere Themen mit Leichtigkeit und verschrobenem Humor abhandelt. Ein Lichtblick im Fernsehfilm-Einerlei, den 3sat nun wiederholt.


Quelle: teleschau – der Mediendienst