Nach anfänglicher Skepsis konnte die Netflix-Serie "Riverdale" Zuschauer wie Kritiker doch noch überzeugen. Auch die nun startenden zweite Staffel hält die Spannung auf einem hohen Niveau.

Schon wieder eine Serie mit Teenies, die raffinierter als jeder Sheriff einen Mordfall aufdecken! – Vielleicht war das der Gedanke, der viele davon abhielt, sich die Netflix-Serie "Riverdale" anzuschauen. Doch wer sich ranwagte an den Stoff und zwei oder drei Folgen Geduld mitbrachte, für den erschienen bald schon die Sekunden, die es dauert, bis der Streaming-Dienst die nächste Folge startet, wie eine kleine Ewigkeit. Denn "Riverdale" hat enormes Suchtpotenzial.

Ausgefeilte Charaktere, eine packende Handlung, raffiniert aufgebaute Spannung und eine fantastische Optik machen den Reiz der Serie aus. Nach anfänglicher Kritik hat sich "Riverdale" behauptet und mehr und mehr Fans begeistert. Am Donnerstag, 12. Oktober, geht es bei Netflix in die zweite Runde. Dann gibt es wöchentlich eine der 22 neuen Folge aus der düsteren Kleinstadt.

Intrigen, Rachegelüste und Fehden

Der Grundgedanke ist natürlich nichts Neues: Ein Teenager wird ermordet, vier High School Kids versuchen den Fall aufzudecken und schlagen sich gleichzeitig mit den Wirren der Pubertät herum. Die meisten Figuren stammen aus den "Archie"-Comics, so auch Protagonist Archie (KJ Apa), Betty (Lili Reinhart), Veronica (Camila Mendes) und Jughead (Cole Sprouse). Doch schnell schnallen nicht nur die Protagonisten, sondern mit ihnen auch die Zuschauer, das der Ort Riverdale nur eine Idylle vorgaukelt.

Die Gesellschaft in der Kleinstadt ist zerfurcht von Intrigen, Rachegelüsten und Fehden. Die Mischung aus der schrittweisen Aufklärung des Mordfalls und den "normalen" High-School-Problemen ist perfekt austariert, um zu unterhalten, zu berühren und gleichzeitig mächtig Spannung zu erzeugen – und nach diesem Erfolgsrezept wird auch die zweite Staffel fortgesetzt.

Die steigt genau beim Ende der ersten ein: Ein Schuss wird auf Archies Vater Fred Andrews (Luke Perry) abgefeuert. "Leute können einen Groll hegen, die Leute haben Feinde. Denk darüber nach, wo wir leben. Väter ermorden ihre Söhne", erklärt Jughead, dass auch in Riverdale sicherlich kein Schuss aus Versehen fällt. Vor allem die Ankunft von Hiram Lodge (Mark Consuelos) in dem Städtchen wirkt bedrohlich. Und auch die undurchschaubare Cheryl Blossom (Madelaine Petsch) mischt bei neuen Spekulationen und Machenschaften mit. Die einzige personelle Veränderung bezüglich der Schauspieler besteht in Archies Kumpel Reggie. Schauspieler Ross Butler arbeitet bei der zweiten Staffel "Tote Mädchen Lügen nicht" mit und gibt deshalb seine Rolle an Charles Melton ab.

Auch in der zweiten Staffel überzeugt "Riverdale" mit seiner künstlerischen Retro-Ästhetik. Die perfekt frisierten, glatten Vorzeige-Teenies finden sich blutverschmiert in einer Welt wieder, wo eben nur die Kulissen schön sind. Es scheint, als würde jedes Klischee einer fröhlichen High-School-Serie bedient und mit einem dunklen Filter überlegt.


Quelle: teleschau – der Mediendienst