Welch attraktive Idee! Die beiden aus Schleswig-Holstein stammenden Schauspieler und Musiker Axel Prahl (Münsteraner "Tatort) und Jonas Nay ("Deutschland 83") in einer Komödie des auf nordische Themen spezialisierten Regisseurs Lars Jessen ("Dorfpunks").

Lenny (Nay), der zwischenzeitlich in Hamburg als Szenefriseur Karriere machte, kommt nach zehn Jahren in sein Heimatkaff an der Nordsee zurück. Hier bessert sein Hallodri-Vater (Prahl) immer noch das karge Einkommen aus der Krabbenfischerei durch illegale Sportwetten auf. In "Vadder, Kutter, Sohn" haben sich die beiden – wie man bereits vermutet – nicht viel zu sagen. Auch die lakonisch dahinplätschernde Komödie um zwei störrische Blutsverwandte, die sich in der Musik wiederfinden, ist vor allem etwas für Fans nordisch-trockener Kommunikation.

"Vadder" Knud, so der bis kurz vor Schluss nicht ausgesprochene Vorwurf des Sohnes, hat sich ein Leben lang nie für die Belange des Sprösslings interessiert. Kann sich das binnen 90 Filmminuten ändern? Emotional angefasst scheint Küstenchecker Knud nur, wenn es um das Schicksal seines traditionsreichen Shanty-Chores geht. Als diesem aufgrund mangelnder Klasse eine wichtige Auszeichnung flöten zu gehen scheint, soll der musikalisch versierte Sohn helfen. Bringt die Musik Vater und Sohn wieder zusammen?

Die Musik zur humoristischen Nord-Elegie stammt von Element of Crime-Gitarrist Jakob Ilja. Szenen, in denen Axel Prahl und Jonas Nay seine Musik spielen, hätte man gern öfter in diesem Film gesehen. Zuschauer, die bis zum Ende dabei bleiben, werden immerhin mit einem ans Herz gehenden Auftritt belohnt.


Quelle: teleschau – der Mediendienst