"37°"-Reportage im ZDF

"Unser Baby soll leben": Wie reagieren Eltern, wenn der Ultraschall auffällig ist?

von Christopher Schmitt

Es ist ein Schock für werdende Eltern: Ihr ungeborenes Kind wird mit einer Behinderung zur Welt kommen. Die pränatale Diagnostik ist fortschrittlich, kann aber auch für ein moralisches Dilemma sorgen.

ZDF
37°: Unser Baby soll leben – Wenn der Ultraschall auffällig ist
Reportage • 14.04.2020 • 22:15 Uhr

"Ich habe euch noch mal ein Mutmachpaket mitgebracht", präsentiert Dominik stolz die mit Tieren verzierte Box, die wie ein Geschenk designt ist. Das Mutmachpaket enthält unter anderem ein Mobile aus Glattholz, weil dieses Material desinfizierbar ist. Das ist besonders wichtig, da sich das Mutmachpaket an Familien mit vorgeburtlich erkrankten Kindern richtet. Gemeinsam mit seiner Frau Uschi hat er einen Verein mitgegründet, der genau solche Familien informiert, aufklärt und unterstützt. Die beiden wissen, wovon sie sprechen: Ihrem Sohn Paul wurden kaum Chancen eingeräumt, die Geburt zu überleben, inzwischen ist er zwei Jahre alt. "Man kennt keinen eigentlich, der in der gleichen Situation ist", so Dominik über den Sinn seiner Organisation.

Zumindest in vergleichbaren Situationen befinden sich zwei weitere Paare, die die Reportage "37°: Unser Baby soll leben – Wenn der Ultraschall auffällig ist" (Dienstag, 7. April, 22.15 Uhr, ZDF) von Nadja Kölling über ein Jahr hinweg begleitet. Die Lehrerin Vanessa wird zum dritten Mal Mutter, erfährt durch die Pränataldiagnostik aber, dass ihr Kind mit Trisomie 21 auf die Welt kommen wird. Nur eines von zehn Paaren entscheidet sich für ein Kind mit Down-Syndrom. "Da ist natürlich der Gedanke an eine Abtreibung, der erste den man hat", gibt sie unumwunden zu. Allerdings entscheidet sie sich dafür, das Wunschkind auszutragen, was ihre Beziehung auf eine harte Probe stellt.

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"Wir haben uns dieses Baby so sehr gewünscht, wir gehen jetzt Schritt für Schritt weiter", sind sich auch Loredana und Marco sicher, als ein Gendefekt bei ihrem ungeborenen Säugling festgestellt wird. Später treten weitere Komplikationen auf. Die Schicksale schwanken zwischen Tragik und Hoffnung. Es wird deutlich, dass der enorme Fortschritt der vorgeburtlichen Diagnostik aus medizinischer Sicht grandios ist, aber Eltern auch ins moralische Dilemma stürzen kann. Dabei bleibt der Zuschauer mit der Frage zurück, wie er wohl selbst in diesen komplizierten Situationen entschieden hätte.


Quelle: teleschau – der mediendienst GmbH
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