37°-Reportage

"Zuhause gesucht": Wohnungsnotstand in Deutschland trifft auch die Mittelschicht

von Andreas Schoettl

Trotz Arbeit auf der Straße: Diese knallharte Realität betrifft auch immer mehr Familien aus dem Mittelstand. Denn es reichen bereits zwei Monate Mietrückstand aus, um die Wohnung zu verlieren. Eine ZDF-Reportage zeigt Beispiele.

ZDF
37°: Zuhause gesucht
Dokumentation • 06.10.2020 • 22:15 Uhr

Wirklich wahr: In Deutschland reichen bereits zwei nicht bezahlte Monatsmieten aus, dass Menschen unmittelbar auf der Straße landen könnten. Ihnen droht: die Obdachlosigkeit! Längst hat die Wohnungslosigkeit auch den Mittelstand erreicht. Erschreckende Zahlen einer besorgniserregenden Entwicklung belegen das. So ist die Anzahl der Wohnungslosen in Deutschland seit 2014 um 150 Prozent gestiegen. Bundesweit betroffen sind etwa 1,2 Millionen Bürger. Darunter sind fast ein Viertel Familien mit Kindern. Ein Grund hierfür sind unter anderem die explodierenden Mieten gerade in den Großstädten. Wenngleich Schätzungen zufolge bundesweit auch noch 1,9 Millionen bezahlbare Wohnungen fehlen.

In ihrer "37°"-Reportage "Zuhause gesucht" über den Wohnungsnotstand in Deutschland begleitet Katrin Wegner betroffene Menschen wie Lorina und ihren Lebensgefährten. Beide sind berufstätig. Sie als Sozialarbeiterin, er ist Anlagetechniker. Bereits seit vier Monaten leben sie in einer Wohnung ohne Vertrag. Der Vermieter hat ihnen aufgrund Eigenbedarfs die Bleibe gekündigt. Und das, obwohl Lorina in wenigen Wochen ihr viertes Kind erwartet. Die Chancen, bezahlbaren Wohnraum für sechs Personen zu finden, sind gering: "Schon am Telefon winken Vermieter ab, vier Kinder seien zu viel. Wir kommen uns wie asozial abgestempelt vor, nur weil wir eine Großfamilie sind", beklagt Lorina.

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Auch weil die Notunterkünfte in ihrer Stadt voll sind, werden zwei Berufstätige aus der Mittelschicht mit ihren vier Kindern wohl bald auf der Straße stehen. Und das in einem angeblich so reichen Land, von dem es heißt, dass viele dort gut und gerne leben würden.


Quelle: teleschau – der mediendienst GmbH
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