Dröge bezeichnet Krankmeldungs-Pläne als "Unverschämtheit den Beschäftigten gegenüber"
Grünen-Fraktionschefin Katharina Dröge hat die Pläne der Regierungskoalition zur Krankschreibung als "Unverschämtheit den Beschäftigten gegenüber" bezeichnet. Im Interview mit dem Fernsehsender phoenix warf sie der Regierung vor, Arbeitnehmern damit pauschal zu misstrauen.
Besonders kritisch sieht Dröge die Kombination aus dem Ende der telefonischen Krankschreibung und der geplanten Pflicht, bereits am ersten Krankheitstag ein ärztliches Attest vorzulegen. Dies werde "zu unfassbarer Bürokratie und Überlastung in den Hausarztpraxen führen", warnt sie. Außerdem befürchtet die Grünen-Politikerin, dass sich Erkrankte in der Folge trotz Ansteckungsgefahr zur Arbeit schleppen könnten, anstatt zu Hause zu bleiben, "sodass am Ende der gesamte Betrieb angesteckt wird".
Auch das übrige Reformpaket der Koalition fiel bei Dröge durch. Die angekündigte Einkommensteuerreform bezeichnete sie als "Mogelpackung". Kleine und mittlere Einkommen würden ihrer Ansicht nach nicht entlastet, sondern durch eine höhere Belastung bei der Rente am Ende sogar schlechter dastehen.
"Das wird dann die bittere Enttäuschung für viele Menschen im Land"
"Das wird dann die bittere Enttäuschung für viele Menschen im Land", prognostizierte Dröge. Insgesamt gleiche das Paket laut der Politikerin "einem langen Sammelsurium an kleinteiligen Spiegelstrichen", mit dem verdeckt werden solle, dass sich die Regierung auf keine großen Reformen geeinigt habe.
Auch die angekündigten Änderungen am Arbeitsmarkt überzeugen Dröge nicht. Statt die aus ihrer Sicht drängenden Probleme der Wirtschaft anzugehen, setze die Koalition die falschen Schwerpunkte. So fehle ihr unter anderem die von Bundeskanzler Friedrich Merz angekündigte Senkung der Stromsteuer. Gleichzeitig kritisierte sie die geplante längere Möglichkeit sachgrundloser Befristungen, die besonders bei jüngeren Beschäftigten für zusätzliche Unsicherheit sorgen könnten.
Quelle: teleschau – der mediendienst GmbH