Machtstrukturen

Eva Habermann erhebt schwere Vorwürfe: Diesen Missbrauch soll sie am Set erfahren haben

12.03.2026, 14.53 Uhr
Erstmals spricht Eva Habermann offen über eine verstörende Begebenheit in den 90er Jahren: Ein Regisseur habe von ihr sexuelle Gefälligkeiten für einen Kollegen verlangt. Die Schauspielerin wehrte sich – mit Folgen.
Eva Habermann lacht.
Eva Habermann spricht über einen Skandal am Filmset.  Fotoquelle: picture alliance / ABBfoto

Eva Habermann steht seit mehr als drei Jahrzehnten vor der Kamera, hat in zahlreichen Film- und Fernsehproduktionen mitgespielt und sich als feste Größe in der deutschen TV-Landschaft etabliert. Hinter den Kulissen lief jedoch längst nicht alles so glamourös ab, wie es nach außen scheint. In einem aktuellen Interview spricht die Schauspielerin nun über eine Erfahrung am Filmset, die sie bis heute nicht vergessen hat.

Der Vorfall soll sich in den 1990ern während der Dreharbeiten zu einem Projekt ereignet haben. Damals habe ein Regisseur sie mit einer Forderung konfrontiert, die sie völlig fassungslos gemacht habe. Laut Habermann habe er sie dazu aufgefordert, den Hauptdarsteller „sexuell zu bespaßen“, weil dieser angeblich nicht mehr richtig spielen könne. Für die Schauspielerin war diese Bemerkung nicht nur respektlos, sondern auch ein Beispiel für das Machtgefälle, das in der Branche damals häufig herrschte.

Auf schlagfertige Reaktion folgten Konsequenzen

Eva Habermann reagierte auf die Situation spontan und mit einer Portion Humor. Ihre Antwort auf die bizarre Forderung des Regisseurs fiel knapp aus: „Das kann der sowieso nicht.“ Doch damit hatte sich die Sache offenbar nicht erledigt. Nach ihrer Weigerung habe der Regisseur sie bis zum Ende der Dreharbeiten immer wieder schikaniert.

Details nennt Habermann nicht, doch sie beschreibt die Zeit als unangenehm und belastend. Den Namen des Mannes wolle sie bewusst nicht öffentlich nennen. Für sie gehe es nicht darum, eine einzelne Person bloßzustellen. Viel wichtiger sei ihr der Hinweis auf ein strukturelles Problem, das in der Film- und Fernsehbranche lange Zeit existierte.



Machtstrukturen in der Filmbranche

Die Schauspielerin betont, dass dieser Vorfall aus ihrer Sicht kein Einzelfall gewesen sei. In den 1990er Jahren habe es in der Branche häufig ein deutliches Machtgefälle gegeben – insbesondere zwischen männlichen Entscheidungsträgern und jungen Schauspielerinnen. „Ich könnte etliche ähnliche Beispiele nennen“, erklärte Habermann im Interview.

Gleichzeitig sieht sie heute auch Fortschritte. Ihrer Einschätzung nach habe sich der Umgang mit Frauen in der Branche in den vergangenen Jahrzehnten zum Besseren verändert. Viele Strukturen seien sensibler geworden und Themen wie Machtmissbrauch würden inzwischen offener diskutiert.

Die Rolle ihrer Mutter

Dass sie damals den Mut hatte, sich gegen die grenzüberschreitende Forderung zu stellen, führt Habermann auf ihre Kindheit zurück. Ihre Mutter habe ihr und ihrer Schwester schon früh vermittelt, dass niemand anderes über ihren Körper bestimmen dürfe. Diese Haltung habe ihr in schwierigen Momenten geholfen, sich selbst treu zu bleiben.

Rückblickend ist sie überzeug, dass dieses Selbstbewusstsein entscheidend dazu beigetragen hat, dass sie sich damals nicht einschüchtern ließ. Sie stellt fest: Mit ihrer heutigen Erfahrung würde sie in einer vergleichbaren Situation noch entschlossener reagieren.

Mit 50 selbstbewusster denn je

Gerade erst sorgte Eva Habermann aus einem ganz anderen Grund für Schlagzeilen. Kurz nach ihrem 50. Geburtstag erschien eine neue Ausgabe des „Playboy“ mit ihr auf dem Titel. Über viele Jahre hinweg hatte das Magazin immer wieder angefragt, doch Habermann hat stets abgelehnt. Erst jetzt habe sich der Zeitpunkt richtig angefühlt.

Für sie sei das Shooting ein Ausdruck von Selbstbewusstsein und Freiheit gewesen. Auf das Endergebnis sei sie unglaublich stolz. Mit 50 fühle sie sich stärker und selbstsicherer als je zuvor. Genau dieses Gefühl wolle sie auch nach außen hin demonstrieren. Jungen Frauen möchte Habermann vermitteln, dass man mit 50 Jahren noch „nicht weg vom Fenster“ sei, Kritikern möchte sie beweisen, dass man alle seine Facetten zur selben Zeit leben könne. „Ich bin heute viel mehr, als ich es je zuvor war“, so die gebürtige Hamburgerin, die ab Ende März an der Seite von Hape Kerkeling (61) im Film „Horst Schlämmer sucht das Glück“ im Kino zu sehen sein wird.

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