Ihr Wandel

Judith Rakers am Anfang ihrer Karriere: Hättest du sie erkannt?

06.01.2026, 09.32 Uhr
Judith Rakers, bekannt als langjährige "Tagesschau"-Sprecherin, feiert ihren 50. Geburtstag. Seit ihrem ersten TV-Auftritt hat sie sich stark verändert.

Sie hatte die Nachrichtensendung geprägt wie kaum eine andere: 19 Jahre arbeitete Judith Rakers als Sprecherin der "Tagesschau", bevor sie Anfang 2024 ihren Abschied nahm. "Es ist an der Zeit, den Fokus in meinem Leben auf andere Projekte zu lenken, meine unternehmerische Tätigkeit weiter auszubauen und Neues anzupacken, für das neben dem Nachrichten-Schichtdienst bisher zu wenig Zeit war", so begründete Rakers seinerzeit ihren Ausstieg.

"Schweren Herzens" habe sie sich entschlossen, "zu gehen". Leichten Herzens konnte es ja auch nicht sein. Immerhin hatte Rakers bis dato fast den gesamten Teil ihrer journalistischen Karriere bei der "Tagesschau" verbracht. Schon seit 2005 stand sie als Sprecherin der Nachrichtensendung vor der Kamera, bevor sie ab März 2008 die Hauptausgabe um 20 Uhr zu moderieren begann. Dem vorausgegangen war eine kurze Phase als Moderatorin des NDR-Magazins "Hamburg Journal". Ihr Studium der Kommunikationswissenschaften hatte sie 2001 abgeschlossen.

Dass Rakers die "Tagesschau" geprägt hat, ist nicht hochgegriffen formuliert. Mit ihrem einnehmenden Lächeln, ihrer sympathischen Art und ja, auch mit ihrem elegant-makellosen Äußeren brachte sie Verve in die Sendung, ohne freilich die gebotene Seriosität zu unterlaufen. Rakers wirkte immer natürlich vor der Kamera, unverkrampft und zugleich hochprofessionell. Einen Versprecher, eine im Netz die Runde machende und die Schadenfreude mancher Zuschauer kitzelnde Panne waren unter ihrer Ägide Mangelerscheinungen.

Naturverbundene Allrounderin

Mit solchen Qualitäten ist es nicht schwer, eine Karriere aufrechtzuerhalten – sogar als Ex-Sprecherin einer Sendung wie der "Tagesschau", die ja durchaus eine Karriere ausbremsen kann. Schon während ihrer Zeit bei der "Tagesschau" hatte Rakers "andere Projekte" in Angriff genommen. Dafür hat sie nun, nach dem Ende des "Schichtdienstes" für die "Tagesschau", noch mehr Zeit: Für die Talkshow "3nach9" etwa, die sie seit 2010 an der Seite des "Zeit"-Journalisten Giovanni di Lorenzo moderiert. Oder das WDR-Reisemagazin "Wunderschön!" (seit 2021) sowie die Reisereportagen, die sie weiterhin regelmäßig für den NDR dreht.



Auch ihre "unternehmerische Tätigkeit" konnte Rakers nach dem "Tagesschau"-Aus ausbauen. Dafür hatte sie ebenfalls schon zuvor den Grundstein gelegt. 2018 gründete sie die Produktionsfirma Jukers Media and More, die unter anderem TV-Formate entwickelt, aber auch ihren eigenen Garten-Podcast "Homefarming" produziert und vermarktet. Dieser Podcast ist überhaupt Teil eines großen Ganzen. Dazu gehört auch das Online-Magazin "homefarming.de" samt zugehörigem Onlineshop, über den Rakers Produkte wie Saatgut oder Gartenwerkzeug vertreibt. Dazu gehört aber auch ihr 2021 erschienenes "Homefarming"-Buch, in dem sie über ihre Erfahrungen im Gemüseanbau und in der Hühnerhaltung schreibt, und das zwei Jähre später folgernde "Homefarming"-Kochbuch.

Rakers ist sehr naturverbunden, das zeigt nicht nur ihr "Homefarming"-Franchise, sondern auch manche private Entscheidung. 2018 zog sie aus der Innenstadt von Hamburg auf einen Bauernhof in der Nähe der Großstadt. Dort lebte sie mit ihren Katzen, Hühnern und Pferden, bevor sie sieben Jahre später mit ihrer "kleinen Farm und all ihren Bewohnern", wie es auf homefarming.de heißt, nach Rügen zog. Es war ein Umzug von der Natur in die Natur. "Ich will wieder mehr so leben, wie ich es aus der Kindheit kannte – also Vogelzwitschern hören und keine Autos", sagte sie im August vergangenen Jahres im Podcast "Hotel Matze".

Wie tickt Judith Rakers privat?

Die Schönheit des Lebens in und mit der Natur, das versucht Rakers auch Kindern zu vermitteln. 2024 veröffentlichte sie das Bildersachbuch "Judiths kleine Farm", das sich nicht nur, aber vor allem an die kleinen Gärtnerinnen & Gärtner richtet. Dass sie selbst keine Kinder hat, denen sie die Natur- und Garten-Erlebnisse des Katers Jack vorlesen könnte, ist offenbar Schicksalsfügung. "Leider", sagte Rakers im Juli 2025 der Zeitung "Welt am Sonntag", habe sie keine eigenen Kinder. Doch das habe "halt nicht sein sollen".

Und ein Mann an ihrer Seite? So offen Rakers über das Thema Kinder spricht, so verschwiegen ist sie in Liebesangelegenheiten angeht. Neuerdings verschwiegen. Denn das habe sie aus ihrer Ehe mit dem Immobilienfachwirt Andreas Pfaff (von 2009 bis 2017) gelernt, wie sie im September in ihrem Podcast "Baborie & Rakers – Was war los gewesen?" sagte. Es sei nicht gut ist, eine Liebesbeziehung an die laute Glocke zu hängen. Warum? Weil dadurch auch die Schattenseiten der Beziehung zu hören sein würden. Oder wie Rakers es ausdrückt: "Weil (die Medien) natürlich auch über die Scheidung berichten, wenn sie über die Hochzeit berichten."

Am 6. Januar wird Judith Rakers 50 Jahre alt. Ob und mit wem sie den Geburtstag feiert, bleibt also ihr Geheimnis. Dazu passt der Satz, den sie ebenfalls im Podcast äußerte: "Man weiß es nicht, und es soll auch keiner wissen."


Quelle: teleschau – der mediendienst GmbH

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