Vom Elite-Soldaten zum einsamen Rentner: Alexander Held im bewegenden ARD-Film
Marineoffizier Klaus Gremme (Alexander Held) fristet ein trostloses Dasein. Seine Stirn ist in viele Falten gelegt. In trauriger Einsamkeit genießt er sein morgendliches Frühstücksbrötchen an einem wackeligen Klapptisch. Ein trister Anblick – bis das Telefon klingelt und ihn aus einer Art Trance zu reißen scheint. "Bist du mein Opa?", tönt eine niedliche Kinderstimme aus dem Hörer. Ein Flüstern, das die Tristesse durchdringt und für den ersten Gänsehautmoment dieses Films sorgt, obwohl bis dahin weder Handlung noch Charaktere näher bekannt sind.
Doch die stimmungsvolle, fast melancholische Klaviermusik (Musik: Martina Eisenreich) im Hintergrund und die traurige Erscheinung des Offiziers wecken Mitgefühl. Klaus scheint keinen Kontakt zu seiner Familie zu haben. Was muss im Leben dieses Mannes passiert sein, dass es so weit kommen konnte? Unter der Regie von Christina Adler taucht der Betrachter in ein berührendes Familiendrama ein. Dreh- und Angelpunkt des ARD-Films "Geheimkommando Familie" (2022): Chancen und Bedeutung der Familie im Leben. Das Erste zeigt den Film als Wiederholung am späteren Dienstagabend.
Vom Elite-Ausbilder zur Leere im Alltag: So viel verändert der Ruhestand
Was passiert, wenn man jemandem das Einzige nimmt, das ihn morgens aufstehen hat lassen? "Schon als Kampfschwimmer durch außergewöhnliche Leistung im Gedächtnis geblieben, werden wir Korvettenkapitän Klaus Gremme, einen strengen, aber stets gerechten Ausbilder, vermissen", verabschieden seine Kameraden den Klaus ehrenvoll in den Ruhestand. Der Anfang vom Ende – so kommt es ihm jedenfalls zunächst vor.
Frisch pensioniert, steht der ehemalige Offizier vor einem Berg von Freizeit. Geplagt von nächtlichen Schlafstörungen und tagsüber gähnender Leere im Haus, fasst er sich eines Tages ein Herz und zieht – um geografisch näher bei seinem Sohn zu sein – in eine WG mit der antimilitaristischen Kunsttherapeutin Mona Tauber (Lisa Hagmeister), einer zerstreuten Mutter zweier Teenager. Damit hat nun wirklich niemand gerechnet ... – und Mona hält nicht viel von "Druck und autoritärer Erziehung". Da ist sie bei Klaus wirklich an der falschen Adresse. Denn: Er spricht zwar nicht von Druck, aber eben von Führung. Na, wenn das kein Konfliktpotenzial birgt?
Herzerwärmendes Drama mit Humor: Ein Film über späte Versöhnung
Das Drehbuch von Simon X. Rost erzählt die Geschichte eines vom Leben gezeichneten Mannes. Ein harter Kerl, könnte man sagen. Ob der Regelfanatiker Klaus auch einen weichen Kern hat? Den können nur die quirlige Claire Tauber (Amelie Gerdes) mit Trisomie 21 und der zurückhaltende Linus Tauber (Xari Wimbauer) herauskitzeln – auf ihre ganz eigene, ebenso sensible wie direkte Art. Klaus' liebevolle Strenge scheint genau das zu sein, was Monas Familie fehlt. Und im Laufe des Films wird klar, dass Familienbande nicht immer an Blutsverwandtschaft gebunden sind.
Ganz der kauzige Alte macht er sich in all dem für ihn neuen Alltagschaos daran, den Kontakt zu seinem Sohn wieder aufzunehmen – etwas unbeholfen zwar, aber mit dem Herz am rechten Fleck. Seine Stalker-Allüren aus Angst, abgewiesen zu werden, sorgen für Heiterkeit. Eine gesunde Portion Humor darf in einem ARD-Degeto-Familienfilm eben nicht fehlen. Wird Klaus einen Weg finden, sich mit seinen Lieben zu versöhnen und eine Bindung zu seiner Enkelin aufzubauen? Immerhin hat er einen – in seinen Augen – ausgeklügelten Plan geschmiedet ...
"Geheimkommando Familie" – Di. 06.01. – ARD: 21.45 Uhr
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Quelle: teleschau – der mediendienst GmbH