„Es war die Hölle“

Nach Brand: Hannes Jaenicke will Haus in Los Angeles wieder aufbauen

14.01.2026, 13.53 Uhr
Hannes Jaenicke erlebte 2025 die Zerstörung seines Hauses durch Brände in Los Angeles. Der Schauspieler gibt nicht auf und will wiederaufbauen.
Hannes Jaenicke schaut ernst.
Hannes Jaenicke verlor 2025 sein Haus in Los Angeles.  Fotoquelle: picture alliance / Panama Pictures | Christoph Hardt

Viele Jahre lang war Los Angeles für den Schauspieler Hannes Jaenicke (65) mehr als nur der Ort, an dem er arbeitete. Die Stadt war sein zweites Zuhause, ein Rückzugsort zwischen Filmsets, Umweltengagement und internationalem Leben. Anfang 2025 löschten zwei verheerende Großbrände, das Palisades-Feuer am Westrand von L.A. und das Eaton-Feuer nahe Pasadena und Altadena, den von zahlreichen Menschen zum Refugium auserkorenen Ort nahezu aus. Unter den über 16.000 Gebäuden, die den Flammen zum Opfer fielen, befand sich auch Jaenickes Haus. 31 Menschen verloren in dem Inferno ihr Leben, für die Bewohner war es ein Wettlauf gegen die Zeit.

Einmal Hölle und zurück

„Es war die Hölle“, sagte der Schauspieler später in einem Gespräch mit „Bunte“. Innerhalb weniger Stunden wurde alles zu Asche. Die Feuerwand fraß Möbel, persönliche Gegenstände und mit ihnen wertvolle Erinnerungen innerhalb eines kurzen Augenblicks einfach auf. Was übrig blieb, war eine verbrannte Mondlandschaft und die Frage, ob man an diesem Ort nach so einer Katastrophe noch einmal von vorne beginnen möchte.

Warum Aufgeben für Hannes Jaenicke keine Option ist

Knapp ein Jahr nach den Bränden steht für den Wahl-Amerikaner fest: Er will sein Haus in Los Angeles wieder aufbauen. Nicht aus Trotz, sondern aus Überzeugung. „Ich fände es falsch zu sagen: Das Haus ist abgefackelt, wir streichen die Segel“, erklärte er offen in einem Interview mit dem „Spiegel“. Aufgeben passe nicht zu ihm.

Was die Brände hinterließen

Der Wiederaufbau gestaltet sich allerdings alles andere als einfach. Der Boden des Grundstücks gilt als stark verseucht – verbrannte Batterien, Farben und Haushaltsgeräte hinterließen giftige Rückstände. Ob und wann dort wieder neu gebaut werden kann, ist noch unklar. Auch die Frage, ob er selbst später wieder dort leben werde, lässt Jaenicke bewusst offen.



Der Moment der Flucht

Besonders eindrücklich schilderte der Schauspieler die Stunden vor der Evakuierung. Sein Nachbar, ein Feuerwehrmann, verlegte noch Schläuche zu den Hydranten, die jedoch zu diesem Zeitpunkt bereits kein Wasser mehr lieferten. Um 14 Uhr warnte er Jaenicke und forderte ihn auf, das Nötigste zu packen. Um 14.30 Uhr war Jaenicke aus dem Haus und mit ihm sein Pass, der Laptop sowie ein Waschbeutel. Kurz darauf verschwand der gesamte Landstrich in einer bedrohlichen Wand aus Rauch und Flammen.

Verloren gingen nicht nur materielle Güter. Vor allem Schätze wie die Briefe seiner Mutter und Großmutter, unersetzliche Erinnerungsstücke mit ideellem Wert, verschwanden für immer. Doch Jaenicke spricht nicht verbittert darüber. Im Gegenteil. „Wir verlieren ja ständig irgendwas oder irgendwen. Dinge, die einem wichtig sind. Seine Eltern. Die besten Freunde oder eine große Liebe“, so Jaenicke. Den Verlust nennt er eine „Lektion im Loslassen“.

Engagement und Haltung

Diese Einstellung zieht sich durch Jaenickes gesamtes Leben. Der Schauspieler, der neben der deutschen auch die amerikanische Staatsbürgerschaft besitzt, ist seit Jahrzehnten nicht nur für seine Film- und Fernsehrollen bekannt, sondern auch für sein unermüdliches Engagement für den Umwelt- und Tierschutz. In Dokumentationen, Interviews und Büchern erhebt er seine Stimme – manchmal unbequem, aber immer klar und konsequent.

Immer vorwärts – auch wenn der Weg steinig ist

Es mag sein, dass genau diese Haltung ihn nun antreibt. Der Wiederaufbau seines Hauses steht sinnbildlich für all das, was Hannes Jaenicke ausmacht. Nicht wegsehen, nicht aufgeben, sondern Verantwortung übernehmen, und das selbst dann, wenn der Neuanfang schwerfällt. Dabei ist es zweitrangig, ob er am Ende wieder in Los Angeles leben wird. Entscheidend ist vielmehr die Botschaft dahinter: Manche Orte und Entscheidungen verdienen eine zweite Chance.

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