Deshalb lehnte er ab

Kein Kapitänsstreifen für Heino Ferch: Seine ehrlichen Gründe für die „Traumschiff"-Absage

14.01.2026, 10.52 Uhr
Heino Ferch, bekannt aus Filmen wie „Comedian Harmonists“ und „Der Untergang“, sprach über ein unerwartetes Angebot: die Rolle des Kapitäns auf dem „Traumschiff“. Er entschied sich dagegen und erklärt die Hintergründe.
Heino Ferch in einem Anzug
Heino Ferch hätte Kapitän beim "Traumschiff" werden können.  Fotoquelle: picture alliance / ZB | Thomas Schulze

Zuletzt war Heino Ferch noch im TV-Krimi „Dahlmanns letzte Bescherung“ an der Seite zahlreicher prominenter Kollegen zu sehen. Doch abseits aktueller Projekte sprach der Schauspieler nun über ein Angebot, das viele überrascht: Er hätte Kapitän auf dem „Traumschiff“ werden können – entschied sich jedoch bewusst dagegen und erklärte auch, warum.

Gefragter Schauspieler: Darum wollte „Das Traumschiff“ Heino Ferch

Dank seiner eindrucksvollen Auftritte in Kinofilmen wie Comedian Harmonists oder Der Untergang gehört Heino Ferch seit Jahren zu den gefragtesten Schauspielern des Landes. Es war daher beinahe zwangsläufig, dass auch die Verantwortlichen des Das Traumschiff irgendwann bei ihm anklopften.

Auch seine Biografie lieferte dafür beste Argumente. Ferch wurde in der Hafenstadt Bremerhaven geboren – einem Ort, der seit jeher eng mit der Seefahrt und dem Kreuzfahrtbetrieb verbunden ist. Hinzu kommt eine sehr persönliche Parallele: Sein Vater Walter Joachim war selbst Kapitän. Heino Ferch hätte also im wahrsten Sinne des Wortes in die Fußstapfen seines Vaters treten können und die Rolle eines Schiffskapitäns zweifellos glaubwürdig ausgefüllt.

Von Action bis Kinderfilm: Heino Ferchs außergewöhnliche Bandbreite

Wer die Laufbahn von Heino Ferch verfolgt, erkennt schnell, dass er sich nie auf ein einzelnes Genre festlegen ließ. Actionfilme, große Dramen, historische Stoffe, Kinderfilme, Komödien und Krimis – Ferch war in Kino und Fernsehen in nahezu allen Spielarten zu sehen.



Trotz dieser Vielseitigkeit hat er für sich inzwischen eine klare Schwerpunktsetzung gefunden. „Ich bin wohl eher der Drama-Man“, sagte er selbst im Interview. Eine Selbsteinschätzung, die viel über seine Rollenwahl verrät.

Gerade deshalb wäre er auf dem Das Traumschiff vermutlich nur bedingt am richtigen Platz. Die Reihe bewegt sich meist in eher seicht-romantischen Gewässern und umschifft echte dramatische Abgründe mit großer Eleganz. Für einen Schauspieler, der emotionale Tiefe, Konflikte und existenzielle Brüche sucht, wäre das Kapitänspult womöglich weniger Bühne als Kompromiss.

Kapitänsstreifen mit Verpflichtung: „Das Traumschiff" als Dauerrolle

Wer als Kapitän auf dem Das Traumschiff an Bord geht, entscheidet sich automatisch für ein langfristiges Engagement. Dass Heino Ferch genau das scheut, lässt sich auch aus früheren Absagen ableiten. So erklärte der Schauspieler offen: „Es gab auch immer mal Angebote für einen Tatort-Kommissar. Zu den Zeiten, als mir das angeboten wurde, hatte ich nie das Bedürfnis, mich auf ein Format festzulegen.“

Zwar verkörpert Ferch mit Ingo Thiel bereits einen Ermittler – als SOKO-Chef in einer gleichnamigen Reihe. Doch der Unterschied ist erheblich: In acht Jahren entstanden lediglich sieben Folgen, was ihm große zeitliche und künstlerische Freiräume ließ. Beim „Traumschiff“ hingegen hätte er mehrere Episoden pro Jahr drehen müssen – inklusive klarer Verpflichtungen und wiederkehrender Präsenz in Kapitänsuniform.

Genau darin liegt für Ferch offenbar der Knackpunkt. „Man ist damit doch relativ festgelegt“, sagte er dazu nüchtern. Sein persönliches Fazit folgt konsequent dieser Haltung: künstlerische Freiheit statt Kapitänsstreifen.

Zwischen den Zeilen: Was Heino Ferch am „Traumschiff"-Angebot irritierte

Liest man zwischen den Zeilen von Heino Ferch’s Interview, entsteht der Eindruck, dass die Rollenanfrage deutlich entschlossener hätte sein müssen, um ihn wirklich zu überzeugen. So schilderte der Schauspieler: „Man hat mich zwar zaghaft gefragt, ob man mir den Kapitän anbieten darf.“ Genau diese Zurückhaltung scheint ihn irritiert zu haben.

Denn sie vermittelte offenbar das Gefühl, nicht mit voller Überzeugung für die Rolle vorgesehen zu sein. Ferch selbst beschreibt seinen Zugang zur Projektwahl deutlich klarer und verbindlicher: „Wie alle Regisseure sucht man letztlich immer genau das Team, mit dem man gerne zusammenarbeitet.“ Ein weiterer, für ihn zentraler Punkt kommt hinzu: „Das Buch muss einen packen.“

Möglicherweise ist ein mögliches Engagement auf dem „Traumschiff“ genau an dieser Kombination gescheitert – an fehlender Entschiedenheit und einem Stoff, der ihn nicht genug fesseln konnte.

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