Fußball-Expertin und SPORT1-Moderatorin im Interview

Katharina Kleinfeldt: "Ich traue dieser Mannschaft und Julian Nagelsmann viel zu"

16.06.2024, 09.34 Uhr
von Julian Lorenz
SPORT1-Moderatorin Katharina Kleinfeldt im Interview mit prisma.
SPORT1-Moderatorin Katharina Kleinfeldt im Interview mit prisma.  Fotoquelle: Imago / Ulmer, ActionPictures, S. Frej, SPORT1 | Zitt

Katharina Kleinfeld ist Fußball-Expertin und Co-Moderatorin beim "Doppelpass" und dem "Fantalk" auf SPORT1. Mit dem "Doppelpass Spezial – Der EM-Countdown – live aus dem STRAUSS ALEA RESORT Bad Orb" startet der Sender schon am 9. Juni um 11:00 Uhr ins EM-Fieber ein. Bis zum Endspiel am Sonntag, 14. Juli, folgen fünf Ausgaben von „Der fenster.com EM Doppelpass“– jeweils sonntags live ab 11:00 Uhr mit Moderator Florian König, Experte Stefan Effenberg und prominenten Gästen. Als Co-Moderatorinnen sind Katharina Kleinfeldt und Ruth Hofmann im Einsatz.

Im Interview schätzt Katharina Kleinfeldt die Chancen des DFB-Teams bei der EM 2024 ein und spricht über die Schlüsselspieler wie Toni Kroos und Florian Wirtz.

prisma: Die letzten Freundschaftsspiele gegen Frankreich und die Niederlande haben Fans Hoffnung gegeben. Was ist das Erfolgsgeheimnis von Trainer Julian Nagelsmann? 

Katharina Kleinfeldt: Die Mannschaft richtig zu packen. Er hat einen guten Zugang zu den Spielern. Bei diesen beiden Spielen gegen die Niederlande und gegen Frankreich hat er es langsam geschafft, eine Achse zu bilden und sich etwas mehr auf die Basics zu konzentrieren. Und offenbar, hat er auch die richtigen Spieler zusammengestellt. Das könnte und sollte dann auch etwas sein, was bei der kommenden EM zu Hause hilft.

prisma: Also können wir auf einen Sieg der deutschen Mannschaft hoffen? Wie schätzt du die Chance des DFB-Teams bei der Heim-EM ein?

Katharina Kleinfeldt: Auf jeden Fall werden wir über die Vorrunde hinauskommen. Ich könnte mir auch vorstellen, dass wir es schaffen, nicht nur das Achtel- und Viertelfinale zu erreichen, sondern auch ins Halbfinale oder möglicherweise dann auch, von der Euphorie im eigenen Land getragen, ins Finale kommen. Da ist natürlich ein bisschen Wunschdenken dabei. Ich traue dieser Mannschaft und Julian Nagelsmann viel zu. Mit Toni Kroos, als einem wichtigen Führungsspieler, den er zurückgeholt hat. Ich glaube, dass er jetzt eine andere Rolle als in den Turnieren zuvor, übernehmen wird, da er in der Mannschaft einer der erfahrensten Spieler ist. Ich bin gespannt, wie er sich einbringen wird. Nicht nur fußballerisch, sondern auch auf der zwischenmenschlichen Ebene. Dann kommen noch so junge Spieler wie Aleksandar Pavlović, Florian Wirtz und Jamal Musiala hinzu, alles wahnsinnig tolle Fußballer. 

prisma: Du hast grade schon Florian Wirtz genannt. Im Spiel gegen Frankreich erzielte er nach 8 Sekunden den ersten Treffer. Wird er diese Leistung auch bei der EM abrufen können? Wie groß wird die Rolle des jungen Leverkusen-Spielers im DFB-Team voraussichtlich sein? 

Katharina Kleinfeldt: Florian Wirtz wird grade getragen von der Euphorie seines Clubs. Sie haben es geschafft, das Double zu holen. Die ganzen Leverkusener kommen natürlich mit breiter Brust in die EM. Ich hoffe nicht, dass sie in ein Loch fallen werden, aber wenn sie diese Siegermentalität mit zur EM nehmen und ihre Mitspieler anstecken können mit der Euphorie und der Formstärke, die sie gerade haben, wird das der Mannschaft sehr guttun.

prisma: Welche anderen Spieler hätten, deiner Meinung nach, mit ihrer diesjährigen Bundesliga-Performance einen Platz im Kader verdient? 

Katharina Kleinfeldt: Sehr heiß wurde über Mats Hummels diskutiert. Ich bin auch überrascht, dass er nicht im Kader steht. Ich kann beide Seiten verstehen. Auch, warum Julian Nagelsmann ihn nicht aufgestellt hat. Aber wenn man einen Kader von 26 Spielern hat, hätte es sinnvoll sein können, Mats Hummels mitzunehmen. Wenn man es schaffen sollte, ins Halbfinale einzuziehen, hätte so jemand wie Hummels vielleicht mit seiner Erfahrung und seiner Ausstrahlung auf dem Platz helfen können. Als Führungspersönlichkeit, als Charakterkopf. Vor allem bei der EM im eigenen Land, das ist ein Titel, den er sich gern noch geholt hätte. 

prisma: Welche Gegner könnten fürs DFB-Team besonders knifflig werden und warum? 

Katharina Kleinfeldt: Ich denke, dass wir in der Vorrunde mit Ungarn, Schottland und der Schweiz auf dem Papier machbare Gegner haben. Aber auch die sind natürlich nicht zu unterschätzen. Sie haben sich in der EM-Quali sehr gut geschlagen und gezeigt, was in ihnen steckt. Ich bin erstmal gespannt, wie das DFB-Team startet, wie die Spieler auftreten, wie sie sich einfinden und dann im weiteren Verlauf des Turniers auf größere Gegner treffen werden. Zu den Favoriten zählen natürlich die großen Fußballnationen wie Spanien, Frankreich und England. Es wird spannend, wir haben ja in der Vergangenheit gesehen, dass vermeintlich kleinere Nationen auch zum Stolperstein werden können. 

 

 

 

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