Schauspieler im Interview

Martin Brambach über Reality-TV und "verlogenen Feminismus": "Vieles ist gewollt blöd"

03.07.2024, 14.43 Uhr
von Marina Birner

Star-Schauspieler Martin Brambach nimmt im Interview kein Blatt vor den Mund: Reality-TV sei ein Zeichen für die Verblödung der Gesellschaft. In der Satire "Player of Ibiza" parodiert er als Pseudo-Feminist das Genre und kritisiert den verlogenen Feminismus. Ein Gespräch über Trash-TV, Moralismus und gesellschaftliche Eigenarten.

"Love Island", "Ich bin ein Star – Holt mich hier raus", "Ex on the Beach" und Co.: Reality-TV, im Volksmund mithin als Trash-TV gescholten, boomt seit Jahren. Ist das Konzept genial oder trivial? Oder beides? – Darüber lässt sich trefflich diskutieren. Schauspieler Martin Brambach (56) ist bei seiner Einordnung nicht zimperlich: "Dass solche Formate so eine Verbreitung finden, ist meines Erachtens ein Zeichen für die Verblödung und Infantilisierung weiter Teile unserer Gesellschaft, an der Firmen wie Facebook und Google sicher ihren Anteil haben", übt der "Tatort"-Star in Zeiten des Reality-TV-Hypes heftig Kritik. Den Trash-TV-Boom nehmen die Macher von "Die Discounter" zum Anlass, das Genre in einer Miniserie komplett neu zu erfinden. Das Ergebnis: "Player of Ibiza", eine herrlich durchgeknallte Satire mit Brambach in einer Hauptrolle, die es in sich hat. Alle fünf Folgen gibt es am Mittwoch, 19. Juni, 23.30 Uhr, im NDR-Fernsehen. Die quirlige Persiflage greift auch kontroverse Themen wie Sexismus und Machtmissbrauch in der Branche auf. Im Interview nimmt der Star-Schauspieler kein Blatt vor den Mund und spricht über "verlogenen Feminismus" und "verkaufsfördernden Moralismus".

prisma: Wenn morgen RTL anrufen würde, um Sie in den Dschungel einzuladen – würden Sie es in Betracht ziehen?

Martin Brambach: Nein, ich glaube nicht, dass ich in den Dschungel gehen würde. Aber wie heißt es so schön: Sage niemals nie! Wer weiß, in welche Situationen ich im Leben noch komme und ob ich mir sage: Mensch, ich brauche das Geld. Aber ich würde mich ungern zum Gespött machen – in diesen Formaten lässt man schließlich die Hosen runter, manchmal im wahrsten Sinne des Wortes. Da hätte ich Berührungsängste. Ich weiß nicht, ob ich und die Zuschauer diese Peinlichkeit aushalten würde. (lacht) Außerdem suchen die Produzenten solcher Formate besondere Typen. Da sitzen keine langweiligen Leute.

prisma: Und Sie sind langweilig?

Brambach: Nein, das meinte ich nicht (lacht). Ich spreche von Leuten, die selbst etwas mit dieser Art von Fernsehen anfangen können. An dieser Stelle muss ich gestehen, dass ich schon im Jahr 2000 die allererste Staffel von "Big Brother" gesehen habe – als Zlatko Trpkovski im Haus war. Das sind Menschen, die für so ein Format gemacht sind, die sich gut verkaufen können. Denen gönne ich auch jeden Erfolg. Aber ich habe auf meiner Watchlist eher andere Formate.

"Finde es schwierig, wie dreist sich viele Firmen ein Pro-Frauen-Label anheften"

prisma: Was hat Sie dazu bewogen, nun bei einer Serie mitzuspielen, die sich genau mit diesem Genre beschäftigt?

Brambach: Das Thema! Es ist viel größer, als man auf den ersten Blick denkt. Es geht in "Player of Ibiza" nicht nur um Reality-TV. Ich finde die Darstellung und die Herangehensweise der Regisseure, mit denen ich schon zwei tolle Sachen produzieren durfte, sehr spannend. Mit Emil und Oskar Belton und Bruno Alexander arbeitete ich bereits bei "Die Discounter" und "Intimate" zusammen – beides großartige Serien. Außerdem hat es mir Spaß gemacht, diesen in der Serie dargestellten verlogenen Feminismus anzuprangern und meine Figur, den Produzenten Arne, mitzuentwickeln.

prisma: Was meinen Sie mit "verlogenem Feminismus" – ist Feminismus nicht zunächst immer eine gute Sache?

Brambach: Feminismus ist sehr wichtig, absolut. Es gibt auch heute noch Unterschiede beispielsweise bei der Bezahlung – das geht so nicht. Da ist auf jeden Fall noch Luft nach oben. Ich finde es allerdings schwierig, wie dreist sich viele Firmen ein Pro-Frauen-Label anheften. Der Film "Barbie" wurde als feministische Geschichte gefeiert. Letztlich ist das für mich ein herrlicher Werbefilm für die Firma Mattel. Wir als Gesellschaft hängen uns da oft an einen gewissen Moralismus ran. Und der ist auch sehr verkaufsfördernd.

prisma: Dabei wurde Greta Gerwig doch dafür gefeiert, dass sie einen Film von Frauen für Frauen produziert hat ...

Brambach: Ja, klar. Ich kenne auch Kollegen und Freunde, denen der Film gefallen hat – keine Frage. Sie haben die Kernaussage genau so wahrgenommen. Mir ging es im Kino anders. Vielleicht hatte die Regisseurin eine feministische Botschaft. Ich sah etwas anderes ... Für mich war es eher ein leeres Bekenntnis. Für meinen Geschmack war der Ansatz zu sehr schwarz-weiß. Die Männer im Film waren nicht gefährlich, sie waren eher "Idioten". Die musste man nicht ernstnehmen. Daher konnte ich das alles auch nicht so wirklich ernstnehmen.

"Das alles hat eine Eigendynamik entwickelt, die mich schon schockiert"

prisma: In einem Interview meinten Sie, Reality TV trage zur Verblödung der Gesellschaft bei – warum?

Brambach: Ich glaube, dass Menschen aus allen Gesellschaftsschichten Reality-TV schauen. Ich habe gebildete Freunde, die das gerne sehen. Für mich ist die Masse dieser Formate ein Zeichen dafür, dass etwas mit unserer Gesellschaft nicht richtig läuft. Dass man zu oft die Erniedrigung und Peinlichkeit anderer in Kauf nimmt – und das auch noch als Unterhaltung bezeichnet. Manche Formate haben Pornografisches an sich, oft werden Tabus gebrochen, Grenzen überschritten. Und vieles ist gewollt blöd. Ich erinnere mich an Zlatko damals, der Shakespeare für eine Biersorte hielt. Und das wurde dann gefeiert. Posts wie "Zlatko for President" machten die Runde. Das alles hat eine Eigendynamik entwickelt, die mich schon schockiert – von Jahr zu Jahr immer mehr auch von den sozialen Medien befeuert.

prisma: Das Genre erlebt seit Jahren einen Boom. Warum schalten heute so viele Leute ein?

Brambach: Ich bin weder Medienwissenschaftler noch Soziologe, aber ich könnte mir vorstellen, dass das etwas mit der Pandemie zu tun hat. Vielleicht haben wir alle einfach zu viel Zeit im Internet verbracht und zu viel Blödsinn gesehen, dass wir jetzt nach mehr lechzen. In diesen Shows machen die Leute etwas, was viele von uns vielleicht insgeheim auch gerne erleben würden. Die Leute werden zu Voyeuren, die andere beurteilen und verurteilen. Da mal mitzumischen oder einfach nur zuzusehen, das hat gewiss für viele Leute was.

prisma: Sind solche Formate, in denen es primär um Schönheit und Erfolg geht, denn überhaupt noch zeitgemäß?

Brambach: Nun, die Frage ist, was ist zeitgemäß? Einerseits springen einem die Worte Toleranz und Vielfalt überall entgegen. Auf der anderen Seite haben wir das Bedürfnis, uns über gewisse Dinge keine Gedanken zu machen. Wir Menschen haben eben diese zwei Seiten. Die aufgeklärte und die animalische. Bei manchen Menschen gibt es sogar so etwas wie einen Backlash, wenn es um Themen wie Antirassismus, Queer-Freundlichkeit oder Gendern geht. Ich vermute, dass das Erstarken der Gegenbewegungen auch mit der medialen Übersättigung zu tun hat. Vielleicht haben wir manchmal ein falsches Bild von uns selber und eine zu große Erwartungshaltung an unsere Moral.

prisma: "Player of Ibiza" hält dem Publikum in dieser Hinsicht den Spiegel vor. War das mal nötig?

Brambach: Die Serie ist gute Unterhaltung, eine Gesellschaftssatire, nicht mehr und nicht weniger. Ob wir das brauchen? Vielleicht ja. Vielleicht sollten wir uns selbst nicht so ernst nehmen und etwas ehrlicher zu uns und unseren Schwächen sein. Wenn wir gut unterhalten, die Leute schmunzeln und etwas daraus mitnehmen, haben wir alles richtig gemacht. Aber eine allzu große Wirkung zu erwarten, wäre vermessen.

"Fand es sehr interessant, diesen schmierigen Produzenten so zu spielen"

prisma: In Zeiten, in denen Reality-TV und damit eng verbunden Social Media immer gesellschaftsrelevanter zu werden scheinen – was geben Sie Ihren Kindern diesbezüglich mit auf den Weg?

Brambach: Das ist ein Kampf, den ich auch oft mit meinem Sohn führe. Er ist zwar nicht so sehr in den sozialen Netzwerken unterwegs, aber in Sachen Gaming – Puh! Pubertät eben. Mein Sohn zockt für sein Leben gern. Der Kampf darum, dass er vielleicht auch mal ein Buch liest, das Zocken nicht das Wichtigste ist und seine Aufmerksamkeitsspanne immer kürzer wird, ist schier endlos. Es gibt auch einen Aus-Knopf. Das versuchen wir ihm jeden Tag zu erklären. Das ist aber alles andere als einfach.

prisma: Spielerisch leicht schien Ihnen als Profi hingegen die gescriptete Improvisation am Set von "Player of Ibiza" gefallen zu sein ...

Brambach: Es ist jedesmal eine Herausforderung. Ich habe schon richtige Improvisationsfilme ohne Drehbuch gemacht. Bei "Player of Ibiza" waren Szenen beschrieben oder Situationen grob vorgegeben. Manchmal gab es nur einen Satz, und den Rest musste ich selbst ausfüllen. Ich fand es sehr interessant, diesen schmierigen Produzenten so zu spielen. Das hat sehr viel Spaß gemacht – vor allem mit den Kollegen und den Regisseuren.

"Ich würde gerne öfter mit jungen Leuten zusammenarbeiten"

prisma: War es nicht manchmal auch schwierig für Sie, jemanden, der schon so lange im Geschäft ist, mit so jungen Regisseuren zusammenzuarbeiten?

Brambach: Nein, überhaupt nicht, im Gegenteil: Die Jungs haben eine besondere Offenheit – auch dem gegenüber, was ich denke und was ich einbringen möchte. Ich bewundere ihre Arbeit. Obwohl ich einer ganz anderen Generation angehöre, fühle ich mich von der Arbeit an sich und dem Endergebnis gut unterhalten. Ich würde gerne öfter mit jungen Leuten zusammenarbeiten. Junge Regisseure sagen nicht pauschal: Nee, das machst du nicht so, weil man es eben nicht so macht. Sie gehen oft anders an Ideen und Probleme heran und sind offen für Neues. Das macht meinen Beruf aus, immer neugierig zu bleiben.

prisma: Und neue Rollen auszuprobieren. Ihre Figur im Dresdner "Tatort" ist ein konservativer Macho – ähnlich dem Chefredakteur Arne aus der Satire?

Brambach: Da gibt es schon Unterschiede. Der Kommissariatsleiter Peter Michael Schnabel ist überhaupt nicht sexistisch. Ich weiß gar nicht, ob er sich überhaupt noch für Sexualität interessiert. Schnabel ist der Inbegriff eines Chefs, der immer wieder daran scheitert, dass sich die Zeiten geändert haben. Aber das ist ja auch das Schöne heute, dass wir in einer Zeit leben, in der die Mentalitäten und die Generationen unterschiedlicher kaum sein könnten. Arne ist viel mehr ein Täter, ein schlüpfriger, sexuell übergriffiger Großtuer. Mit Feminismus hat das nichts zu tun. Arne kann nur die richtigen Worte zur richtigen Zeit sagen. Und davon gibt es im wirklichen Leben viele. Diese Leute sind meiner Meinung nach viel gefährlicher als solche Chefs der alten Schule, wie Schnabel einer ist.

"Jeder sollte bis zu einem gewissen Grad auch selbstkritisch bleiben"

prisma: Was bleibt Ihnen vom Set besonders in Erinnerung?

Brambach: Es gab eigentlich nur lustige Szenen. Das sieht man alles in den Episoden. Die Kamera war immer drauf. Aber einmal war es anders. Da bin ich mit einer sehr teuren Kamera in der Hand unglücklich gefallen. Das Team hat einen Riesenschreck bekommen. Die Kamera hat schließlich 40.000 Euro gekostet. Aber wir haben beide überlebt. Weder ich noch die Kamera – und das war das Wichtigste – hatten sich verletzt (lacht).

prisma: Sie haben bereits in über 200 Fernseh- und Kinoproduktionen mitgewirkt. Da war alles dabei: Komödie, Drama, Krimi – und jetzt wieder eine Satire. Was wäre nach alledem Ihr Sechser im Lotto?

Brambach: Ich denke da eher ans Theater. Dort liegen meine schauspielerischen Wurzeln. Es gibt ein paar Shakespeare-Rollen, die ich noch nie gespielt habe, die aber sicher spannend wären. Was Film und Fernsehen angeht, gibt es noch ein paar Regisseure auf meiner Liste, mit denen ich gerne (wieder) zusammenarbeiten würde. Andreas Dresen finde ich wahnsinnig spannend. Auch Markus Imboden. Mit Christian Petzold würde ich gerne noch einmal arbeiten. Ich könnte noch hundert aufzählen – obwohl ich schon so viele Filme gemacht habe. Mit wem ich arbeiten würde, wiegt für mich manchmal schwerer als die Rolle, die ich spielen würde. Wobei ich bei Dresen und Petzold in jede Rolle schlüpfen würde.

prisma: Gibt es das eine Highlight in Ihrer Karriere?

Brambach: Es gab einige. Ich habe in Bochum gespielt, an der Schaubühne in Berlin und in Wien am Burgtheater. Vor allem die Zusammenarbeit mit Regie-Legenden wie Barbara Frey, Karin Henkel und Dimiter Gotscheff blieb mir im Gedächtnis. Der Krimi "Die Fälscher" war sicher ein sehr wichtiger Film für mich, der mich weitergebracht hat. Auch wenn ich oft meine schauspielerische Leistung kritisch reflektiere, gibt es viele Projekte, auf die ich heute noch stolz bin. In der Reihe "Unter Verdacht" durfte ich vor über zehn Jahren mit Senta Berger spielen. Dafür bin ich für den Bayerischen Fernsehpreis nominiert worden. Ich glaube, ich war nie wieder so auf dem Punkt wie damals. Denn selbst wenn Projekte gut laufen und erfolgreich sind, gibt es immer Stellen, an denen ich mich hinterfrage. Ich bin sehr selbstkritisch – und jeder sollte bis zu einem gewissen Grad auch selbstkritisch bleiben.

("Player of Ibiza" ist bereits in der ARDMediathek abrufbar.)

"Ich hatte Schulden, war mitten in einer Scheidung"

prisma: Hat sich das im Laufe Ihrer Karriere verändert?

Brambach: Als ich zum Fernsehen ging, war das für mich fast so, als würde ich einen ganz neuen Beruf erlernen müssen. Der Wechsel kam auch aus der Not heraus. Ich hatte Schulden, war mitten in einer Scheidung. Ich wollte sehen, ob ich vom Fernsehen leben konnte und natürlich hat mich auch die Arbeit vor der Kamera gereizt. Als ich mich dann die ersten Male sah, war ich manchmal erschüttert. Ich dachte nur: Oh Gott, das ist schlimm und das sehen jetzt eine Million Menschen und nicht mehr "nur" 1.000. Da saß ich manchmal mit roten Ohren vor dem Fernseher. Das hat sich zum Glück geändert, doch manchmal geht es mir immer noch so. Dann denke ich: Mensch, jetzt hast du über 200 Filme gemacht und kannst es immer noch nicht (lacht). Man lernt nie aus.

prisma: Das ist wohl in jedem Beruf so.

Brambach: Vor allem aber im künstlerischen Bereich. Außerdem darf man die Produktionsabläufe nicht vergessen: Ohne Kameramann und ohne Tontechniker ist ein Film nicht möglich. Ich bin sehr viel weniger Herr meiner Dinge, sobald das Material in den Schnitt geht. Das Kunststück ist Gemeinschaftsarbeit – das darf man nicht vergessen.

prisma: Schauspiel ist auch Kunst und deshalb wahrscheinlich auch oft einfach Geschmackssache, oder?

Brambach: Auf jeden Fall. Mich interessiert immer, wie die Leute reagieren. Nach einem "Tatort" lese ich manchmal im Internet Sachen wie "Den Schnabel kann ich nicht leiden, der ist schrecklich." Andere finden ihn dagegen großartig. Manche mögen mich als Schauspieler, andere nicht. Die wundern sich, warum ich Rollen bekomme. (lacht)

"Ich musste eine Ästhetik und einen gewissen Anspruch an mich selbst entwickeln"

prisma: Das tun Sie sich an? Sie lesen so etwas?

Brambach: Ja – und das muss ich dann aushalten. Ich kann es nicht allen recht machen. Es gibt so viele Geschmäcker wie Menschen auf der Welt. Es wäre falsch, wenn ich es allen recht machen wollte. Im Gegenteil: Ich musste eine Ästhetik und einen gewissen Anspruch an mich selbst entwickeln.

prisma: Kritik lässt Sie heute also kalt?

Brambach: Nein, es lässt mich nicht kalt. Ich nehme es mir nur nicht mehr so zu Herzen. Das hat auch damit zu tun, dass ich seit einigen Jahren im Ruhrgebiet lebe. Da tragen die Leute ihr Herz auf der Zunge. Da passiert es mir schon mal, dass mir jemand über die Straße zuruft: "Na, Herr Brambach: Hab' Sie gestern wieder im Fernsehen gesehen. War nich so doll." Das ist dann aber irgendwie herzlich gemeint. Es wird immer Menschen geben, die einen lieben, und es wird immer Menschen geben, die einen ablehnen.

prisma: Sie als Wahl-Ruhrpottler können doch sicher den gröbsten Unterschied zwischen der Mentalität im Ruhrpott und der in Ihrem Geburtsort Dresden skizzieren.

Brambach: Der Unterschied ist da gar nicht so groß. Auch in Dresden, in Sachsen überhaupt, sind die Menschen sehr bodenständig. Was in beiden Regionen auffällt, ist eine gewisse Grundsolidarität. Das kenne ich noch aus DDR-Zeiten. In den Großstädten gibt es das heute weniger oder nur noch selten. Dass drei Leute zuverlässig kommen, wenn ich um Umzugshilfe bitte. Und die bringen dann auch noch drei andere mit, die sich freuen und mit anpacken, und dann trinkt man hinterher ein Bier zusammen. Die Leute haben einfach Lust aufeinander, und wenn man nur an der Currywurstbude steht, kommt man auch mal kurz mit jemandem ins Gespräch. Das finde ich sehr schön. Das erinnert mich an meine Jugend in der DDR.


Quelle: teleschau – der mediendienst GmbH

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